Művelődéstörténeti tanulmányok - Zalai Gyűjtemény 31. (Zalaegerszeg, 1990)

Szarka Lajos: Thália papjai Keszthelyen az első világháborúig

LAJOS SZARKA: DIE PRIESTER VON THALIA IN KESZTHELY BIS ZUM ERSTEN WELTKRIEG (Zusammenfassung) Das erste Theater Keszthelys befand sich in der freien Natur, im Schlosspark des Majoratsherm des Grafen Festetics. 1862, mit dem Bau des neuen Theaters, Schloss jenes. Der sorgsam gepflegte Schlosspark war auch noch 1909 eine Sehen­swürdigkeit geblieben. Im Juni 1862 wurde das ständige Sommertheater in Keszthely, auf dem Hof des Restaurants Gőzös, eröffnet. In den Sommermonaten traten Schauspielgruppen zur Unterhaltung der Badegäste auf. In den 1860 er Jahren spielten unter anderen die Gruppen unter der Leitung von Károly Szuper und Gergely Laczkó an dem Theater. Das Nationale Sommerheater bestand nur bis 1875. Der Veszprémer Bischof János Ranolder besohloss nämlich, dass er in Keszthely eine Mädchenerziehungsanstalt unter der Leitung von Nonnen gründen lässt. Zu diesem Zweck kaufte er das Res­taurant Gőzös, auf dessen Hof das Theatergebäude und ein Wagenschuppen stan­den. Auf deren Platz wurde das Gebäude der -Anstalt errichtet, welches 1875 fer­tiggestellt und 1882 eröffnet wurde. Nach dem Niedergang des ständigen Theaters wurde sommers in den Höfen der Hotels Amazon und Korona (später Hungária) in provisorischen Baracken­theatern, winters in den grossen Sälen der erwähnten Hotels gespielt. Ab 1892 traten auch in den Wintermonaten Theatergruppen auf. Das Repertoir der Gruppen bestand hauptsächlich aus Operetten, Lustspielen und Vollksstücken. Auch Theater­stücke wurden vorgeführt, allerdings mit wenig Publikumserfolg. Im Interesse des Erfolgs der Vorführungen kamen zu einigen Auftritten Gastkünstler aus Theatern der Hauptstadt. Das Theaterpublikum bestand aus den hiesigen Beamten — der Mittelklasse der Intelligenz, aus Studenten und Jugendlichen und im Sommer aus den Badegästen. Die materielle Lage der Schauspieler war schwer. Die Gruppen bekamen keine regelmässige Unterstützung von der Stadt. Mehrere Gruppen been­deten die Spielsaison in Keszthely mit einem Defizit. Eine wichtige Periode war der Auftritt des Theaters von Székesfehérvár zwi­schen Dezember 1901 und März 1905. In das Theatergebiet gehörten Székesfehér­vár, Szombathely, Veszprém, Zalaegerszeg, Keszthely und Siófok. Später schlössen sich auch Kőszeg und Sümeg an. Die Orte wurden aufgeteilt. Keszthely war von Anfang Mai bis 15. Juni für anderthalb Monate an der Reihe. In ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurden die Stimmen nach der Eröff­nung eines ständigen Theaters immer lauter. An der Spitze dieser Bewegung stand der Zeitungsschreiber János Sági. Die Abgeordnetenvereinigung wandte sich 1913 um 50 000 Kronen staatliche Hilfe an das Religions- und Bildungsministerium, von wo sie eine Absage bekamen. Und die Entstehung eines ständigen Theaters war wiederum vereitelt. Man kann feststellen, dass das Theaterspielen von der Mitte des 19. Jahrhun­derts bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges eine wachsende Rolle im kulturellen Leben Keszthelys spielte. Entgegen den Schwiegigkeiten, wie des Fehlens eines ständigen Theaters, die schwerere materielle Lage der Künstler und der Gleichgül­tigkeit des Publikums konnte das Theater bis zum Schluss seine kulturelle und Menschen formende Mission erfüllen.

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