Művelődéstörténeti tanulmányok - Zalai Gyűjtemény 31. (Zalaegerszeg, 1990)
Király Ferenc: Könyv és olvasója Keszthelyen a 19. század első felében
FERENC KIRÁLY: DAS EUCH UND SEINE LESER IN KESZTHELY ÏN DER ERSTEN HÄLFTE DES 19. JAHRHUNDERTS (Zusammenfassung) Diese Arbeit untersucht die Schriftgelehrtheit und Lesegewohnheiten der Bewohner der transdanubischen Kleinstadt Keszthely. In Keszthely lebten, wie auch in anderen westungarischen kleinstädtischen Siedlungen, hauptsächlich die die Bedürfnisse des lokalen Marktes befriedigenden Industriellen und Landwirte. Die Stadt war Mittelpunkt der Festetics'en Herrschaft. Dieses hatte die Anwesenheit einer grossen Schicht von Intelligenzlern im Dienste des Herrscherhauses zur Folge. Der Aufgeklärtheit in Keszthely und der Kulturpflege der Landesherren ist es zu verdanken, dass eine Reihe von Schulen entstand (so die Elementarschule, das Gymnasium, das Wirtschaftsinstitut, das sog, Georgikon). Diesbezüglich war Keszthely verglichen mit den anderen Kleinstädten in einer besseren Situation. In ihrem ersten Teil beschäftigt sich die Arbeit mit der Bildung der Bevölkerung in der Stadt. Im Jahre 1838, als die Keszthelyer Bürger einen Vertrag mit der Herrschaft schlössen, waren 30% der Bürger des Schreibens kundig, wie aus der Überprüfung der Unterschriften hervorgeht. Die Mehrheit der Industriellen und Händler konnte schreiben. Von denen in der Stadt lebenden Landwirten erreichte in der Schreibkunde nur ein kleiner Teil, die reichere Schicht, den Durchschnitt. In den Ständen (die in der Stadt lebenden Adligen, Bürger und Juden) zeigten sich keine grossen Unterschiede; allen unter den Juden konnten etwas mehr schreiben. Die Lese- und Schreibkunde von Männern und Frauen unterscheidet sich sehr. Die Mehrheit der Frauen konnte nicht schreiben. Aber es ist bei ihnen eine Schicht zu finden, die lediglich lesen konnte. Das sind die Charakteristika der der allgemeinen Volksbildung vorausgegangenen Epoche, als jene schreiben und lesen konnten, zu deren Beruf es unbedingt notwendig war, oder die als Familienoberhaupt oder zur Vertretung ihrer eigenen Interessen darauf angewiesen waren. Im Unterricht der Elementarschulen nahm das Lesen- und Schreibenlernen einen grossen Platz ein. Das war deshalb so wichtig, weil das die Schreibkundigkeit bedeutete, denn ein Stadtbürger in Westungarn war dreisprachig (lateinisch, deutsch und eine weitere Nationalsprache in Keszthely war ungarisch). In der städtischen Schule haben gut ausgebildete und mehrere Sprachen beherrschende Lehrkräfte diese Aufgabe erfüllt. Die Zahl der Schulbesucher war verhältnismässig gering und hat die 50% nicht erreicht. Besonders gering war die Zahl der Mädchen. Diese Arbeit untersucht das Buchmaterial, die Nachlassinventare und die lokale Buchverbreitung auf Grundlage der Buchbestellungen. Fachbücher, populärwissenschaftliche Literatur und literarische Arbeiten kamen ausser im Nachlass von zwei Intelligenzlern nicht vor. Die Gruppe der meistgekauften Ausgaben waren die Grundschulbücher, die Gesetzbücher und die Kaiendarien. Gefragt war wahrscheinlich auch die Trivialliteratur, worüber aber wenig Angaben vorhanden sind. Die erste Ausgabe des volkstümlichsten in Keszthely gelesenen Gebetsbuches wurde um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert herausgegeben. Weitere Untersuchungen sind nötig, um herauszufinden, wie diese veralterte populäre Literatur, im Hinblick auf ihren Aufbau und Inhalt in die Kultur des kleinstädtischen Publikums eingebaut war. Welche Rolle konnte sie im Leben eines solchen Volkes spielen, welches derzeit begann, massenhaft zu schreiben und zu lesen.