Közlemények Zala megye közgyűjteményeinek kutatásaiból - Zalai Gyűjtemény 26. (Zalaegerszeg, 1987)

Szőke Béla Miklós—Vándor László: Kísérlet egy táji egység településtörténeti rekonstrukciójára. (A Kis-Balaton progrgamot kísérő régészeti leletmentő ásatások (1980—1985) tapasztalatai)

BÉLA MIKLÓS SZŐKE—LÁSZLÓ VÁNDOR: VERSUCH EINER SIEDLUNGSGESCHICHTLICHEN REKONSTRUKTION EINER REGION (Erfahrungen aus den das Programm „Klein-Balaton" begleitenden archäologischen Rettungsgrabungen 1980—1985) ( Zusammenfassung) Die im Raum des Klein.Balatons seit 1980 durchgeführten archäologischen Frei­legungen finden auf dem Gebiet des zum Schutz der Wasserqualität des Balatons ausgebauten Stausystems statt. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften be­fasste sich aufgrund der Forschungsergebnisse am 5. Mai 1986 anlässlich einer wissenschaftlichen Sitzung mit der Frage; die Mitteilung wurde in Form eines Re­ferates vorgetragen. Durch die komplexe Erforschung des ehemaligen Sumpfes des unteren Zala­Tals und die Überlieferungen der einstmals dort lebenden Menschen konnte die ungarische Archäologie zum erstenmal ein umfassendes Bild über die Lebensver­hältnisse einer geschlossenen Landschaft (Mikroregion) erhalten, vom Neolithikum bis Endes des 17. Jh. Diese Mitteilung gibt in ihrem Rahmen einen Uberblick über die geologischen, naturgeographischen und über die nach geschichtlichen Epochen gegliederten Sied­lungsverhältnisse. Auf einer Fläche von 18,5 km 2 sind durch die archäologischen Forschungen im Rahmen von 18 grossen und mehreren kleineren Ausgrabungen etwa 50 000 m 2 freigelegt worden. Die Region war v/egen des Handelsweges bedeutend, der die Westspitze des Balatons umging und dessen zeitweilige Bedeutung die hiesige Sied­lungsdichte bestimmte. In der Region kamen Siedlungen von hervorragender Be­deutung hervor. Bei der Ubergangsstelle von Balatonhídvég entstand schon im Spätneolithikum in der sog. Kultur von Lengyel ein befestigtes Zentrum. An glei­cher Stelle kam im späten Bronzezeitalter ebenfalls ein befestigtes Zentrum zu­stande. Im 9—10. Jh., zur Zeit der fränkischen Obergewalt in Pannonién wurde auf der Burginsel neben Zalavár das bedeutendste Zentrum des Zeitalters, ,,Mosaburg' 1 errichtet, deren langjährige Erforschung die Stellung der zugehörigen und gleich­falls freigelegten Siedlung in ein neues Licht stellt. Das in den zahlreichen Gräbern der zu den Siedlungen gehörenden Begräbnisstätten gefundene Material ergibt zum erstenmal ein umfassendes Bild über die ethnischen Verhältnisse vor der Land­nahme der Ungarn. Nach der ungarischen Landnahme entstand auf der Burginsel bei Zalavár das Zentrum des Komitates Zala im Mittelalter. Die Beschreibung der Entstehung und Entwicklung der mittelalterlichen Siedlungen sowie ihrer Zerstörung durch die Türkeneroberung beendet den Überblick. Abschliessend stellen die Autoren fest, dass ihre Zusammenfassung in einer Phase der Forschung fertiggestellt wurde, als die endgültige Auswertung der Fund­stellen noch nicht abgeschlossen war und die Erforschung des zweiten, etwa 51 km 2 grossen Gebietes der Region noch andauerte, deshalb kann sich das hier darge­stellte Bild in seinen Details noch ändern und wird durchaus vielfältiger und rei­cher werden.

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