Közlemények Zala megye közgyűjteményeinek kutatásaiból - Zalai Gyűjtemény 18. (Zalaegerszeg, 1983)

Szőke Béla Miklós—Vándor László: 8.-9. századi birituális temető zalakomár határában

B. M. SZÖKE— L. VÁNDOR: EIN BIRITUELLES GRÄBERFELD AUS DEM 8.-9. JAHRHUNDERT VON ZALAKOMÄR(KOMITAT ZALA) IN SW-UNGARN Zusammenfassung Eine Erosionsschlucht, die infolge eines ausgiebigen Sommerschauers 1977 ans­tanden war, erbrachte im sog. Lesvári dülő (Flur) von Zalakomár (Kiskomárom) die ersten Gräber des Gräberfeldes aus dem 8.—9. Jh., von denen bisher 394 Grä­ber freigelegt wurden. Dem Bestattungsritus nach gab es im Gräberfeld Körper­gräber und Brandgräber. Zusammenfassend lässt sich vom bisher freigelegten Grä­berfeldabschnitt von Zalakomár folgendes sagen: Das Körpergräberfeld wurde von einer im. Grunde genommen spätawarischen Gemeinschaft errichtet (abgesehen von einigen frühawarischen Gräbern, deren genetische Beziehungen zum spätawarischen Gräberfeld bisher noch nicht bewiesen werden konnten). Auf diese Gemeinschaft übten einerseits die traditionellen guten westliche Beziehungen dieses Gebietes, andererseits die infolge der Veränderungen im 9. Jahrhundert neu entstanden bzw. wieder verstärken alten Beziehungen einen starken Einfluss aus. Im Gräberfeld der Zalakomárer Gemeinschaft lassen sich Einflüsse aus Süddeutschland, Bayern, der Oberpfalz, Ober- und Niederösterreich und in geringerem Masse aus Mähren und der Slowakei bzw. aus dem Süden (Bulgarien?) nachweisen; ein Teil davon war nur eine gelegentliche, einmalige Kontaktaufnahme, ein anderer Teil läss eine engere kulturelle Verbindung (vor allem mit Niederösterreich) vermuten. Di e Grup­pe der Brandgräber, die den anderen Teil des Gräberfeldes bilden, lasst sich zu­weilen schwer interpretieren: hinsichtlich der Datierung stehen sichere Anhalts­punkte zur Verfügung, und es kann nachgewiesen werden, dass sie im 9. Jahrhun­dert entstanden ist. Die Gemeinschaft, die diese Gräber errichtete, kann jedoch heute erst nur bedingt mit einem slawischen Ethnikum südlichen Ursprungs in Verbindung gebracht werden, obwohl dies viel wahrscheinlicher ist, als eine Ver­bindung mit den westslawischen Volksgruppen.

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