Közlemények Zala megye közgyűjteményeinek kutatásaiból - Zalai Gyűjtemény 12. (Zalaegerszeg, 1979)

Valter Ilona: Árpád-kori kovácsműhely Csatáron

Schmiede aus der Árpádenzeit in Csatár (Resümee) Nördlich von der romanischen Kirche in Csatár, auf der Westseite den niedrigen Hügelreihe hat die dortige LPG im Jahre 1980 einen Stall gebaut. Im Laufe der Bauarbeiten fand man mit Keramik aus den 11. und 12. Jahrhunderten datierten Feuerstellen gefunden. Die systematische Untersuchung der Fundstätte nahmen wir in den Jahren 1964 und 1965. An dem Válicka—Bach nächst liegenden Stelle des Hügels legten wir eine Gruppe von Gruben frei, welche — aufgrund der in den Gruben gefundenen Eisenschlacke sowie der dort liegenden Schmiedeeisen­gegenstände — zur Verarbeitung von Eisenerz gedient haben sollen. Spuren von Häusern oder Pfahllöchern, die auf ein Schutzdach hinweisen würden, fanden wir in der Nähe der Arbeitsgruben nicht. Um die Auswertung der Funde zu erleichtern, nahm Jerzy Piaskowski (Krakau, Polen) an vier in den Ausgrabungen zum Vorschein gekommenen Schmiedeeisen­gegenständen quantitative und qualitative chemische Analyse sowie metallographische Untersuchung vorgenommen. Der Phosphorgehalt der Gegenstände ist niedrig, nur bei einem einzigen Stück wird 0.1 % erreicht. Ein interessantes Phänomen, dass die untersuchten Gegenstände auch Nickel enthalten. In den Erzvorkommen von Ungarn gibt es kein Nickel, folglich musste die Luppe, aus der die nickelhaltigen Geräte gemacht wurden, von irgendeiner fernen Stelle hierhergebracht worden sein Von den Gegenständen ist das Messer (Inventarnummer 66. 1. 20) geschmiedet, zwecks Verhärtung angekohlt und dann einer Hitzebehandlung unterworfen in Wasser abgehärtet. In dem Eiseiîgegenstand (Inventarnummer 66. 1. 22) sind Stellen mit verschiedenem Kohlengehalt zu beobachten, und der Phosphorgehalt der einzelnen Schichten ist ebenfalls verschidentlich. Zwischen einigen Schichten waren auf Schweissen hinweisende Schlackeninklusen das fragliche Stück war aus mehre­ren Teilen zusammengeschweisst. Das Bruchstück eines Spornes (Inventarnummer 66. 1. 23) ist aus ungleichmässig aufgekohltem Eisen gemacht worden, und der Nagel (Inventarnummer 66. 1. 24) zeigt Ferritstruktur. Aufgrund der Untersuchungen konnte nicht eindeutig entschieden werden, ob in Csatár nur eine Schmiede, oder auch eine Eisenschmelzhütte vorhanden war. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass die Verhüttung des Raseneisenerzes an Ort und Stelle geschah. Von den freigelegten Gruben dürfte die mit ,,H" bezeichnete, zusammen mit der Grube ,,J" als Feuerstelle zur Wiedererwärmung der rohen Eisenluppe vor dem Schmieden gedient. Die Grube „B" war ein typischer Schmiedeofen, während die Grube „F" und die mit ihr verbundene Grube „E" könnte wohl der Zementierofen gewesen sein. Ähnliche Komplexe wie die Gruben in Csatár hat Róbert Müller in Csonka­hegyhát mit Funde aus den 10. und 11. Jahrhunderten und in Zalaszabar, auf der Borjúállás—Insel mit aus den 9—10. Jahrhunderten datierbar Funden ausgegraben. Der Ortsname Csatár bedeutet übrigens Schildemacher bzw. Waffenschmied. In dem Gemeinde Csatár waren Waffenschmiede wohnhaft, die vielleicht in Diensten der Zalaer (Kolon) Gespanschaft standen. Um 1140 stiftete hier der Comes Marton aus dem Geschlecht Gutkeled eine Benediktiner —Abtei. Die Stiftungsurkunde führt die zu verschiedenen Dienstleistungen verpflichteten Diener auf. Waffenschmiede oder überhaupt Schmiede werden nicht erwähnt. Es kann angenommen werden, dass die Schmiedensiedlung damals nicht mehr existierte.

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