Vízügyi Közlemények, 2003 (85. évfolyam)
1. füzet - Somlyódy László: Az értől az óceánig - a víz: a jövő kihívása
Az értől az óceánig — a viz: a jövő kihívása 95 Vom Bächlein zum Ozean — Das Wasser, die Herausforderung der Zukunft von Prof. Dipl.-Maschinenbauing. László Somlyódy, Mitglied der UAW Etwa 2,5% des gesamten Wasservorrats der Erde ist Süßwasser. Innerhalb dessen beträgt der nutzbare Anteil (Flüsse, Seen und Grundwässer) lediglich 0,6%. Der globale Wasserbedarf, dessen 80% die landwirtschaftliche Bewässerung stellt, liegt bei etwa 1% des sich erneuernden Vorrats. Es ist die äußerst ungleichmäßige räumliche und zeitliche Verteilung des letzteren, die Probleme verursach: es kommt zu Wassennängeln. Dürren und Hochwässern. Das Wasser muß deshalb bewirtschaftet werden, wofür die ungarischen Wasserwirtschaftler seit Jahrhunderten fachkundige Sorge tragen. Der Lebewesen-Bestand der natürlichen Gewässer ist äußerst abwechslungsreich. In den Süßgewässern kommen z.B. mehrere zehntausend Tier- und Pflanzenspezies vor. Davon liegt die Größe der im untersten Teil der Nahrungsrkette befindlichen kleinsten Wesen, der Bakterien und Algen (schwebenden mikroskopischen Pflanzen), usw. lediglich bei einigen Mikronén (mm), wobei die so viele Beschwerden verursachenden, die Größe einer Wassermolekül kaum übertreffenden Viren keine Lebewesen und deshalb nur schwer zu entdecken sind. Die Größe einer Alge kann hingegen sogar einige hundert Mikron erreichen, so daß ihr Abmessungbereich sogar zwei, ihr Volumenbereich aber 4—5 Größenordnungen umfaßt. Die größten Individuen der aquatischen Nährkette, die Süßwasserfische, können sogar einige Meter lang sein. Im Laufe der biologischen Produktion befindet sich der Stoff— in einer durch Verschmutzungen beeinflußten Weise - infolge Produktion und Abbau in einem ständigen Umlauf, innerhalb dessen die verschiedenen Stoffe auch räumlich versetzt werden und dabei mit dem Sediment, dem Boden und der Atmosphäre in Wechselwirkungen treten können. Sowohl die Wasserbeschaffenheit als auch der biogeochemische Kreislauf der Stoffe werden durch die Vielzahl der zeitlich und räumlich veränderlichen physischen, chemischen und biologischen Prozesse beeinflußt. Die Beschaffenheit des Abwassers weicht von derjenigen der natürlichen Gewässer im Hinblick auf seine physischen, chemischen und biologischen Eigenschaften bzw. seine Speziesarmut an Lebewesen erheblieh ab. Die verschiedenen organischen und anorganischen Schmutzstoffe sowie Pflanznährstoffe befinden sich darin „eingedichlet", d.h. in hoher Konzentration. Früher oder später kann im Abwasser jedes von der Gesellschaft gebrauchte Material vorgefunden werden (Bild /). Die in die natürlichen Gewässer gelangenden Abwässer und sonstigen Verschmutzungen können vielfache Auswirkungen haben: z.B. eine zu niedrige oder zu hohe Konzentration verschiedener Elemente, Stoffe und Verbindungen, eine Veränderung des chemischen und physischen Umfeldes, eine Verzerrung des biologischen Kreislaufes und des Ökosystems, eine Prädominanz gewisser Lebewesen und somit einen Rückgang der Biodiversität, Vergiftung, gesundheitsgefährdende Auswirkungen und so fort (die verschiedenen Effekte treten oft gleichzeitig, einander gegenseitig beeinflussend, auf). All dies behindert, verteuert oder sogar vereitelt die Wassernutzung und fuhrt zu schwerwiegenden, langfristig wirkenden Schäden (Bilder 2 und i). Heutzutage sind in fast jedem größeren europäischen Fluß die Zeichen der Eutrophierung zu erkennen. Das trifft auch für die Binnenmeere: das Baltische und das Schwarze Meer zu (Bild 4). Große Schwierigkeiten ergeben sich im letzteren Fall aus folgenden Fakten: (1) der größere Teil der Belastungen entstammt der Landwirtschaft und hat einen nieht-punktmäßigen Charakter, (2) laut Untersuchungsergebnisse ist der limitierende Faktor bei den Binnenmeeren,