Vízügyi Közlemények, 2002 (84. évfolyam)

3. füzet - Nagy László: A Három-Szoros-Vízerőmű

406 Nag }' László liegt bei 2600 km 3, d.h. 6,8% der Gesamtfracht sämtlicher Flüsse der Erde und 20% derjenigen von Asien, womit China nach Brasilien und Rußland den dritten Platz der Erde einnimmt. Sein potentiell nutzbarer Wasserkraftvorrai ist dabei der erste in der Welt. Der Fluß Jangtze (chinesisch: Chang Jiang d.h. Langer Strom) ist der längste Strom Chi­nas und gleichzeitig der zweitlängste der Welt. Sein durchschnittlicher Abfluß beträgt in der Mündung 32.000 nvVs, sein größter Abfluß 1 10.000 m 3/s. Sein Ursprung befindet sich in den schneebedeckten Bergen der Himalaja und er fließt von Westen nach Osten dem Meer zu. Die Fläche seines Einzugsgebietes ist 1.8 Mio km 2, wobei praktisch fast alle Flüsse von Süd-China ihm zufließen. Er ist 6300 km lang, durchquert 10 Provinzen und fließt in der Nähe von Shang­hai in das Südchinesische Meer. Das Abflußregime der Jangtze ist schwankend. Im Winter und im Frühfrühling ist ihre Wasserfracht „minimal" und verursacht sogar Schwierigkeiten für die Schiffahrt. Am Ende des Frühlings steigen ihre Wasserstände infolge Schneeschmelze, wenn auch in keinem bedeuten­den Maße, an. Eine Hochwasser- und Flutgefahr kann infolge der Anfang August eintreffenden Monsun-Niederschläge erwartet werden. Stelleinwcise steigt der Wasserstand um bis zu 20-25 m an und der maximale Abfluß kann sogar die 110.000 m 3/s erreichen. Bis Mitte September läuft die Flutwelle praktisch ab. bis November klärt sich das Stromwasser und es meldet sich von neuem eine Niedrigwasserperiode (Bild 2). Zwischen den Provinzen Setschuan und Hubei, an ihrer Grenze zieht sich in Richtung NO-SW das Hexen- (Wu-) Gebirge. Der Lauf der Jangtze schmiegt sich ihm zunächst an, um es sodann durchzubrechen und in östliche Richtung weiterzufließen. Somit entsteht, etwa 1600 km stromaufwärts von der Mündung, der Dreier-Paß, bestehend (in W-0 Reihenfolge) aus den Engen Qutang, Wu und Xiling, wobei ihre Gesamtlänge, zusammen mit den zwischen ihnen befindlichen kleineren Pässen, 204 km ist. Unterhalb des Dreier-Passes befindet sich die Chinesische Tiefebene, die schon immer besonders empfindlich gegenüber den Fluten der Jangtze gewesen ist. Zwischen den Städten Yichang und Nanking befindet sich an beiden Ufern des Flusses ein breites, hochwassergefähr­detes Flachland; von hier aus bis zur Mündung ins Meer gibt es kein Hochland mehr. Das Pro­jekt des Wasserkraftwerkes Drei Pässe (Three Gorges) verdankt seinen Namen der Tatsache, daß es auf den Flußabschnitt Drcier-Pass der Jangtze fallt. Der Ort der zu errichtenden Talsperre wurde — nach Untersuchung von 14 weiteren Alternativen — unmittelbar bei dem oberhalb des im Xiling-Paß liegenden Sandouping festgelegt. Die geologischen Voraussetzungen sind an der Stelle der zu errichtenden Talsperre beson­ders günstig: das Gestein des Flußbettes ist vollständig unbeschädigt und auch die topographi­schen Gegebenheiten sind für die Errichtung der aus Krafterk und großer Talsperre bestehenden wichtigen Anlage günstig. Die Errichtung des Wasserkraftwerkes und der Talsperre ermöglicht für China das Errei­chen sogar mehrerer wichtiger Zielsetzungen: 1. Die wichtigste Zielsetzung ist vielleicht, durch Stauung des Stromwassers die billige, sich erneuernde Energie des Stromes zu nutzen. 2. An der oberen und mittleren Strecke der Jangtze werden die Bedingungen der Schiffahrt wesentlich verbessert: sogar 10 000 to-Schiffe werden Chongqing erreichen können. 3. Oberhalb des Kraftwerkes entsteht eine Schutzsicherheit gegen das alle 1000 Jahre zu erwartende Hochwasser. Unterhalb des Kraftwerkes steigt die bisherige Sicherheit von 10 Jahren, mit Hilfe der Seen Dong Ting und Po Yang, auf 100 Jahre. Auch die Schutz­sichcrheit der Umgebung des Dong Ting-Sees wird sich verbessern. 4. Infolge der billigeren Wasserenergie werden die bisherigen, eine fast schon katastro­phale Luftverschmutzung veiursachenden, mit Kohle geheizten Karftwerke allmählich eingestellt.

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