Vízügyi Közlemények, 1997 (79. évfolyam)

4. füzet - Szlávik L.-Bálint G.: az 1997 tavaszi-nyári ár- és belvizek és a védekezési munkák

470 Szlávik L.—.Bálint G. sammenhang mit der Sommerhochwasserwelle von 1997 hat sich das Vorhaben bekräftigt, die un­garischen hydrologischen Vorhersagemethoden umfassend zu entwickeln. Im Laufe der für eine mehrjährige Periode vorgesehenen Arbeit sollten die Anwendbarkeit der Vorhersagemethoden, der Kreis der verwendbaren Grunddaten sowie die neuesten, modernsten Möglichkeiten der technischen Vorbedingungen neu ausgewertet werden. Im Interesse dessen hat das Ung. Landeshauptamt für Wasserwesen im September 1997 die Erstellung des Programms „Vorhersage 2000" veranlaßt. Mit der Vorbereitung der Entwicklungsarbeiten wurde bereits begonnen. Die zwischen Jänner und August 1997 verordneten Hoch- und Polderwasserschutzbereitschaft kam es im Jänner-Februar (mit Eisbekämpfung gekoppelt), im Mai, im Juni und im Juli-August 1997 (Bild 11). Die Länge der gleichzeitig in bereitschaft befindlichen Schutzlinien erreichte ihren Höch­stwert von 655 km am 22—23. Juli. Besonders heftig war die an der mittleren, der rumänisch-ungari­schen Grenze nahe gelegenen Strecke des Berettyó-Flusses, infolge eines mächtigen Wolkenbruches entstandene Hochwasserwelle (Bild 12). Flußabwärts hat sich diese Welle allmählich verflacht, so daß die Hochwasserschutzbereitsschaft bereits am 21. Juni eingestellt werden konnte. Gleichzeitig mit den Juli-Hochwasserwellen an der Donau wurden auch an der ungarischen Leitha-Strecke tech­nische Maßnahmen benötigt. Im Stadtgebiet von Mosonmagyaróvár (Ung. Wieselburg) kam es zu Absperrungen mit CS-2-M-Platten und Erddämen, zur Verstärkung sekundärer Schutzlinien und später zur Öffnung des zwischen dem Leitha-Hauptbett und dem linksufrigen Kanal befindlichen Notspeichers (Bild 14). Mittels dieser Schutzmaßnahmen wurde die Stadt Mosonmagyaróvár vor der Hochwasserüberflutung gerettet.Entlang der durch das Staustudensystem Gabcikovo unmittelbar beeinflußten Donaustrecke wurde der Hochwasserabfluß durch das alte Strombett und den Umlei­tungskanal gemeinsam abgeführt (Bild 13). Infolge des hohen und andauernden Wasserstandes wurden entlang der Schutzlinien der Donau vielerorts Sickerungen und Drängwässer beobachtet; zum Schutz vor den Qualmen und Sickerwässern mußten entsprechende Schutzmaßnahmen getrof­fen werden. Es entstanden zwei besonders gefahrliche Situationen, undzwar bei den Ortschaften Su­rány und Dombori, wobei die Experten der zuständigen Wassrwirtschaftsdirektionen, unter Mitwir­kung der interessierten Bevölkerung, mit Hilfe von Sandsack-Gegendruckbecken erfolgreich eingreifen konnten. Die Organisiertheit der Hochwasserbekämpfung wurde besonders durch den Umstand gefördert, daß in der nahen Vergangenheit, bzw. gerade während der hier erörterten Hoch­wasserperiode, sogar zwei, auf dem neuen Wassergesetz basierende Rechtsregeln erschienen sind, deren praktische Anwendung eine reibungslose Steuerung der Schutzarbeiten ermöglichte. Die Polderwassersituation in Ungarn: Im Herbst 1996 ist die obere Schicht der infolge Groß­niederschläge fast gesättigten Böden durchgefroren und am Ende des Winters und im Frühjahr nur lang­sam aufgetaut. Infolgedessen führten bereits geringere Niederschläge an vielen Stellen zur Ubersättigung des Bodens und zur Entstehung des stagnierenden Oberflächenwassers. Dieser Umstand benötigt die Ve­rordnung der Inbetriebsetzung der Polderwasserpumpanlagen bzw. der Polderwasserschutzbereitschaft. Zu dieser Zeit kam es im Theiß-Tal zu einer fast kontinuierlichen Polderwasserbekämpfüng ( Tabelle VT). Im Sommer 1997 erforderten die reichlichen Niederschläge — sowie die durch die an manchen Flüssen entstandenen Hochwasserwellen behinderten Gravitations-Einleitungsmöglichkeiten—die Polderwasser­bekämpfüng in Nord-Transdanubien sowie entlang der Theiß und der Körös-Flüsse. Im Polderwasser­Einzugsgebiet Ober-Szabolcs entstand —infolge des extrem hohen Niederschlags und sonstiger Umstände — eine außerordentlich prekäre Polderwasserlage (Bild 19). Die größte überflutete Fläche war 400 km 2, ohne die vemäßten Gebiete, wobei die Schöpfwerke insgesamt 208 Mio m 3 Wasser in die Vorfluter pump­ten. Die Gesamtkosten der Polderwasserbekämpfüng lagen bei 2,1 Mio DM. Neben der Wahrnehmung der inländischen Bekämpfungsaufgaben hat der ungarische Wasser­wirtschaftliche Dienst auch Polen Hilfe geleistet, wo das verheerendste Hochwasser unseres Jahrhunderts stattfand. Ab 18. Juli nahmen an der Hilfeleistung insgesamt 26 Experten der Zentra­lorganisation für Hochwasser- und Polderwasserschutz (ABKSZ) und der Wasserwirtschaftsdirek­tion Theißgebiet-Mitte (KÖTIVIZIG) mit 20 leistungsstarken Pumpanlagen teil.

Next

/
Thumbnails
Contents