Vízügyi Közlemények, 1994 (76. évfolyam)

4. füzet - Stelczer K.: Negyven éve az árvíz uralta a Szigetközt

Negy\>en éve az árvíz uralta a Szigetközt 389 Vor vierzig Jahren war die Kleine Schüttinsel vom Hochwasser beherrscht von Dr.-Ing. Károly STELCZER. CSc. Unter den im 20. Jh. in Ungarn stattgefundenen großen Hochwässern war eines der bedeutend­sten das Donauhochwasser im Juli 1954 (Tabelle I), welches besonders an der Stromstrecke oberhalb Gönyű (Bild 2) außerordentlich hohe Wasserstände zeigte. Der Verfasser meint, man soll der vor vierzig Jahren an der Kleinen Schüttinsel (Szigetköz) stattgefundenen Hochwasserbekämpfung aus folgenden Gründen gedenken: - Zwar wurde, infolge der fünf Deichbrüche (Bild 2), eine Fläche von 350 ktn2 überflutet, doch ist es gelungen, die Gefahr eines weitere Deichbruchs unterhalb der Schleuse von Rajka (Bild 2) abzuwenden und dadurch eine noch größere Räche vor der Überflutung zu retten. - Das Ereignis führte zu einer radikalen Veränderung in der Konzeption der Entwicklung des ungarischen I Iochwasserschutzsystems. Es wurde mit der Verstärkung des längsten Hoch­wasserdeichsystems Europas (sowie mit der technischen und organisatorischen Modernisie­rung der Hochwasserbekämpfung begonnen. - Während der letzten 25 Jahre scheint die Hochwasserschutzfähigkeit des Landes und seiner zuständigen Organisation - dank der erfolgreichen Bekämpfung der außerordentlichen Hochwässer von 1965 an der Donau und von 1970 an der Theiß, sowie der seitdem verflos­senen wasserarmen Jahre - abgenommen zu haben. Im Juli 1954 wurden die Deichbrüche in der Kleinen Schüttinsel durch Qualmaufbrüche verur­sacht. Der Qualm erschien in jedem Fall in der Kreuzung eines alten toten Flußarmes und des Hoch­wasserschutzdeiches. An den Stellen der Deichbrüche kam es zu tiefen Auswaschungen des Unter­bodens (Bild 3). Nach dem Hochwasser von 1954 wurden im ganzen Landesgebiet Ungarns die Kreuzungen mit Totarmen photogrammetrisch erkundet und sodann wurde die hinter dem Deich be­findliche Fläche, in einer Breite von 50 bis 100 m, mit einer 1-2 m dicken Erdschicht bedeckt. Er­gebnis: seit 40 Jahren gab es in Ungarn keinen durch Qualmtätigkeit verursachten Deichbruch. Während des Hochwassers 1957 meldeten sich in der Kleinen Schütteninsel zahlreiche sog. „Mini­qualme" (Bild 5) sowie Drängwässer. Sie können mittels sog. Gegendruckbecken am zweckmäßigsten bekämpft werden (Bild 6). Später wurde der Gegendruck mittels Sand- und Schotterdecken hergestellt. Die Erfahrungen zeigen, daß die Gegendnickbecken sich vorzüglich zur Bekämpfung der Miniqualme eignen, doch gegen die Drängwässer kaum wirksam sind. In der Kleinen Schüttinsel verursachen bereits die mittleren (10 jährlichen) Hochwässer, ohne jeglichen Deichbruch, eine 0,4-0,6 in üefe Überflutung und führen zu erheblichen Schäden. Seit der Umleitung des Donauwassers in den Kanal der Staustufe Gabcikovo erscheinen die Drängwässer nur noch selten und beschränken sich auf geringe Flächen. Entlang der Kleinen Schütteninsel wird die Zeitreihe der Scheitelwasserstände durch ein stän­diges Steigen charakterisiert (Bild 8). Dies wird in Bild 9 für den Querschnitt Dunaremete mit der Zeitreihe der seit 1954 beobachteten Hochwässer veranschaulicht. Das durchschnittliche Maß der Zunahme von 2 cm/Jahr hat trotz den recht kostspieligen Maßnahmen (Baggerungen) der Fluß­regulierung nicht abgenommen, infolge deren die Niedrigwasserslände fühlbar gesunken sind. Dies würde allerdings mit der Notwendigkeit einer Erhöhung der Hochwasserschutzdämme der Kleinen Schüttinsel um 1,00 m/50 Jahre einhergehen, wenn der inzwischen fertiggestellte Umleitungskanal des Kraftwerkes Gabcikovo die Hochwasserabfiüsse nicht wesentlich verringert hätte. Der Verfasser weist schließlich darauf hin, daß man bei der Untersuchung der Hochwässer auch das außerordentliche Hochwasser im Jahre 1501 nicht vergessen darf, deren Wasserstand bei Wien um 1,39 m denjenigen des bisher beobachteten zweitgrößten Hochwassers von 1954 übertraf. Ein anderer Gesichtpunkt, der bei der Entwicklung des Hochwasserschutzes an der Donau ebenfalls un­bedingt berücksichtigt werden muß, ist die Gefahr der Eishochwässer. Die Hochwassersicherheit der Hauptstadt Budapest ist die schwächste entlang der ganzen ungarischen Donaustrecke, sowohl im Hinblick auf die Eis-als auch auf die eisfreien Hochwasser (Tabelle II). Die verheerende Wirkung der Eishochwässer der Donau wird mit den Bildern 11 bis 14 veranschaulicht, womit auch auf die Notwendigkeit der Entwicklung des Hochwasserschutzes hingewiesen wird.

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