Vízügyi Közlemények, 1976 (58. évfolyam)
2. füzet - Kardos Imre-Plesovszki Pál: A szegedi tiszai partfal és felújítása. I. rész. A partfal az 1970. évi tiszai árvíz előtt
A szegedi tiszai partfal I. rész 207 Die Uferinauer der Tisza in Szeged und ihre Rekonstruktion I. Teil. Die Ufermauer vor dem Tisza-I lochwasser 1970 Dipl.-Ing. Kardos, I. und Dipl.-Ing. Plesovszki, P. Die Tisza (Theiss) sammelt im mittleren Teil des Karpatenbeckens die Abflüsse von den dem Beckeninnern zugewandten Flanken der Karpaten und der Ungarischen Tiefebene (Alföld), um dann Ungarn unweit von der Stadt Szeged, wie über ein Tor zu verlassen. Die Stadt selbst ist durch eienen Ringdeich umgeben; die llauptschutzlinie der Sladt am Tiszaufer ist rund 5 km lang, undzwar in 1500 m Länge als Hochwasserschutzmauer, in 670 m Länge als bruchsteinverkleidete Böschung, im übrigen aid Erdböschung oder Erddeich ausgebildet. Der 1. Teil der Studie behandelt Hochwasserlage und Entwicklungsgeschichte des Hochwasserschutzsystems der Stadt, derenzufolge die Hochwasserschutzmauer am Flussufer 1879—1880 projektiert und 1882 — 1886 erbaut worden ist, die bis 1970, also bis zurvollkommenen Rekonstruktion der Ufermauer im Schutze der Stadt gegen die immer höher werdenden Hochwasserstände stand. Die Ufermauer wurde in einem Boden ausgeführt, der überaus grosse Schwierigkeiten verursacht hat, weil nach jedem grösseren I lochwasser Rutschungen und Einstürze eingetreten, so dass in der Zeit seit 1886 bald an den einem, bald an einem anderen Teil der Ufermauer ständig Verstärkungsarbeiten, Ausbesserungen, technische Ergänzungen, Umlegungen vorzunehmen waren. Deshalb sind in Abschnitt 3 der Studie die Wiederherstellungs- und Verstärkungsarbeiten an den in Bewegung gesetzten Strecken der fertigen Ufermauer aus den Jahren 1886 — 1970 beschrieben sind. Im Teil a ) dieses Kapitels ist die Wiederherstellung des 1889 erbauten Abschnitts der Ufermauer, im Teil b) sind die Verstärkungs- und Bettregulierungsarbeiten in den 1890er Jahren, im Teil c) die für die Erhaltung der Stabilität der Ufermauer in den Jahren 1910—1920 durchgeführten weiteren Ausbesserungen, im Teil d) die zur Lokalisierung der in den 1940—1950er Jahren stattgefundenen Rutschungen und deren Weiterentwicklung vorgenommenen Massnahmen dargelegt, wobei die im Jahre 1946 erfolgten Bewegungen der Ufermauer, die 1952—1959 gemachten Kontrollmessungen, die Ergebnisse der erdbaumechanischen Aufschliessungen, die Wiederherstellungsarbeiten an der unteren Stützmauer des Kais tromab der Strassenbrücke, die Massnahmen für die Wiederherstellung des Tisza-Ufers stromauf der Strassenbrücke beschrieben sind. Im Endergebnis wurde — neben den ständig laufenden Arbeiten technischer Natur — aufgrund der erdbaumechanischen, Filtrations- und Stabilitätsuntersuchungen ein umfassendes Rekonstruktionsprojekt ausgearbeitet, das aber wegen des Katastrophenhochwassers 1970 nicht zur Ausführung gelangt ist. Der II. Teil der Studie — der als Fortsetzung des vorliegenden 1. Teils im Heft 3 des Jahrgangs 1976 erscheinen wird, behandelt Grundsätze und Inhalt des aufgrund der Hochwassererfahrungen 1970 neubearbeiteten Projektes für die vollständige Rekonstruktion sowie die Bauaausführung.