Vízügyi Közlemények, 1973 (55. évfolyam)
4. füzet - Rövidebb közlemények és beszámolók
(81). WASSERVERSORGUNG VON UNGARN Dipl. Ing. Tibor Simó (Der ungarische Text befindet sich auf Seite 275) Die Entwicklung der Fachgebiete der Volkswirtschaft, z. B. der Industrie, Landwirtschaft, des Verkehrs usw., sowie die gesellschaftliche Entwicklung (z. B. Steigerung des Lebensstandardes und der Bevölkerung) führen zur Steigerung und Wasseransprüche in gewissen Gebieten. (Solche Gebiete: Bereiche von industrielle und landwirtschaftlichen Grossbetrieben, kulturelle Zentralen, Erholungs- und Fremdenverkehrsgebiete, usw.) Die Überwindung der auf diesen Gebieten wegen mangelnden örtlichen Wasservorräten auftretenden Schwierigkeiten der Wasserversorgung erfordert spezielle Wassersparmassnahmen und Schutzmassnahmen der Wasserqualität, bzw. die Verwirklichung der sowohl technisch, als auch wirtschaftlich günstigen regioneilen Lösungen. Erstes Kapitel der Arbeit beschreibt die die Wasserversorgung beeinflussenden Faktoren, wie Wirtschaftsentwicklung, Urbanisierung, Wasseransprüche, Wasservorräte (Unterkapitel a, b, c, d). a) Die Volkswirtschaft von Ungarn hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark entwickelt. Das totale Volkseinkommen des Landes wurde dreifach grösser; dieser Faktor ist sogar grösser als 4,5 bei dem industriellen Anteil des Volkseinkommens, während bei der Landwirtschaft und den weiteren volkswirtschaftlichen Fachgebieten zusammen in 20 Jahren den Wert 2— erreicht (Tabelle I ). О b) Die Bevölkerung des Landes wurde in 20 Jahren um eine Million (111%), die der Hauptstadt um 4Ó0 Tausend (125%) und die Bevölkerung aller Städte um 1,2 Million (137%) grösser ( Tabelle II). c) Die Grössenordnung des gegenwärtigen (1970) Landesa nspruches für Leitungswasser wird entscheidend durch die Ansprüche der Bevölkerung und der Industrie bestimmt (Tabelle III). Bei der Steigerung der Trinkwasseransprüche spielten die Erhöhung des Versorgunsstandardes, die Urbanisierung, Versorgung von Gemeinden mit Wasserleitung, der Bau von Erholungsheimen, die Steigerung des Fremdenverkehrs, Modernisierung von industriellen Betrieben, Werwirklichung von grossen Viehzuchtanlagen eine Rolle. Die Steigerung der industriellen Wasseransprüche wurde durch das Produktionsvolumen, durcli die schnellere Entwicklung., von wasseranspruchsvollen Produkten in grösseren Mengen und durch die Änderung der Produktionsmethoden beeinflusst. d) Die Oberflächengewässer des Landes stammen zur Zeit der Niederwasser des Sommers in 99% aus Ausland. Die geographische Lage des Landes ist in dieser Hinsicht ungünstig. Die zur Wasserversorgung anwendbaren Wasservorräte bestehen ausser dem Oberflächenwasser aus Uferfilterwasser, Grundwasser, Karstwasser und Tiefenwasser. Zweites Kapitel erörtert die allgemeine Lage der Wasserversorgung des Landes. Die Trinkwasseranlagen bedienten in 1970 durch eine Gesamtlänge 19 300 km der Wasserleitungsnetze 55% der Landesbevölkerung (Tabelle IV). Die Städte sind gegenwärtig im Mittel bis zu 85%, die Gemeinden bis zu 29% und die Hauptstadt bis 93% versorgt. Die zur Bedeckung der industriellen und Trinkwasseransprüche notwendigen Wassermengen werden durch 4 Typen der Wasserwerke (Unterkapitel a, b, c, d) produziert. a) Die Wasserproduktion der Trinkwasserwerke der Städte und Gemeinden stammt in 10% aus Oberflächenwasser, in 90% aus unterirdischem Wasservorrat (1970). Mit dem teils natürlichen, teils gereinigten Trinkwasser wird hauptsächlich die Bevölkerung bedient. b) Die kommunalen industriellen Wasserwerke bedienen mehrere Industriebetriebe mit Oberflächenwasser industrieller Qualität. c) Die eigenen Wasserwerke der Industriebetriebe sichern den Wasserbedarf der Industrieproduktion.