Vízügyi Közlemények, 1956 (38. évfolyam)

2. füzet - VII. Kisebb közlemények

(42) Nach den Eröffnungsreden und Begrüßungen gedachte D. Ihrig, Direktor der Forschungsanstalt für Wasserwirtschaft, der 70 jährigen Arbeit des ungarischen Hydrographischen Dienstes und der gewässerkundiichen Forschung. Im Laufe des geschichtlichen Rückblickes suchte er jene Zusammenhänge, die zwischen der jeweiligen hydrographischen Tätigkeit und der wirtschaftlichen Zielsetzungen des Landes bestehen und die den Aufschwung oder aber den Rückgang der Forschungs­arbeit zur Folge haben. Die Periode von 1886 — Jahr der Errichtung der Hydro­graphischen Sektion — bis zur Jahrhundertwende, war die Blütezeit des Dienstes. Nach dem Aufschwung des Beginns unterblieb die Weiterentwicklung und war die Zeit bis zum ersten Weltkrieg eine Periode der Stagnation. Dann zeigte sich bis zum zweiten Weltkrieg ein dauernder Rückfall, dem dann, nach dem zweiten Welt­krieg, mit der Einführung der Planwirtschaft, die mächtige Erweiterung und das Wiederaufblühen der hydrographischen Tätigkeit folgte. In den letzteren Jahren hatte die Volkswirtschaft und in deren Rahmen die Wasserwirtschaft, in quantitativer und auch in qualitativer Hinsicht große Anforde­rungen-an deji hydrographischen Dienst gestellt. Infolgedessen kann eine rasche Entwicklung der gewässerkundlichen Tätigkeit verzeichnet werden, die sich in ihrem ersten Schritt hauptsächlich im weiteren Ausbau und in der Verdichtung des Be­obachtungsnetzes, in der starken Zunahme der Abfluß- und Geschiebemessungen, in der wissenschaftlichen Bearbeitung der Meßergebnisse, sowie in der Feststellung der für die wasserwirtschaftliche Praxis bedeutungsvollen hydrologischen Gesetzmäßig­keiten äußert. Nach dem festlichen Gedenken haben E. Serf, Sektionschef der Generaldirek­tion für Wasserwirtschaft, aus wasserwirtschaftlichem, J. Sebestyén, erster Stell­vertreter des Ministers der chemischen Industrie und der Energiewirtschaft, aus industriellem und energiewirtschaftlichem und Dr. D. Penyigei, Stellvertreter des Landwirtschaftsministers, aus landwirtschaftlichem Gesichtspunkt die Bedeutung der hydrographischen Tätigkeit beleuchtet. E. Serf betonte, dass zur Feststellung der Gesetzmäßigkeiten der Hydrologie längere, mehrere Jahre dauernde Beobachtungen notig sind. Durum müssen die an die Forschung gestellten Anforderungen unter Berücksichtigung der Perspektivpläne г1:т Wasserwirtschaft weit vorgreifend angegeben werden. Die Forschungsanstalt für Wasserwirtschalt hat bsrsits eine mengenmäßige Übersicht der Wasservorräte zusammengestellt. Diese müßte mit der Erschließung der Speicherungsmöglichkeiten der Flach- und Hügelländer und mit ausführlichen, die Wassergüle betreffenden Angaben ergänzt werden. Die Geschiebe­forschung muß der Planung von Wasserbauwerken und Kanalnetzen angepaßt und den Ansprüchen der Flußregulierung entsprechend erweitert werden. Die an die hydrologischen Vorhersagen gestellten Anforderungen sind heute schon so groß uni vielseitig, daß die Obe fläehenwässer und Grundwässer betreffenden Vorhersagen je vollkommener gelöst werden müssen. ./. Sebestyén hat die Ansprüche, die die Industrie an die hydrographische Forschung stellt, in zwei Grupoen geteilt : einerseits erwartet sie Hilfe zur Planung der neuen Industrieanlagen, hauptsächlich bei der Auswahl ihres Standortes, andererseits bei der Inbetriebhaltung der vorhandenen. Es muß die Wasser­ung Geschiebeiiihrung der Wasserläufe, sowie die Güte ihrer Wässer erforscht werden. Die die Bekämpfung der Verschmutzung der Gewässer betreffenden Forschungen sind ebenfalls von großer Wichtigkeit. Auf letzterem Gebiet wird der Kampf gegen die radioaktiven Verunreinigungen den Hydrologen in Kürze neue Aufgaben stellen. Die Ausbeutung des Energievorrates des Landes stellt eine ganze Reihe Aufgaben, wie z. B. die verläßliche Berechnung der Staukurven bei Planung von Flußwehren, Wasserspiegelfestlegungen zur Gefällebestimmung, die Feststellung der durch Stau verursachten Grundwasserspiegeländerungen und besonders die Wasserstandsvorhersage. Dr. D. Penyigei betonte wieviel auf dem Gebiet des ITochwasserschutzes und der Binnenwasser­bekämpfung noch zu tun, und von welcher Bedeutung zu deren richtiger Lösung die hydrographische Forschung sei. Von den Aufgaben der aktiven Wasserwirtschaft ist es die Bewässerung, welche die Land­wirtschaft am meisten interessiert. Die wichtigsten Forschungsaufgaben sind die das Bewässerungs­wasser betreffenden Untersuchungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht, sowie die Erforschung der Wirkung der Bewässerung auf den Grundwasserspiegel. Zu dieser Arbeit bietet seitens der Land­wirtschaft die Forschungsanstalt für Bewässerung und Reiskultur in Szarvas hilfreiche Hand. Er stellte die Wichtigkeit der Bekämpfung der Verschmutzung der Gewässer — besonders deren des Stromgebietes der Tisza — in den Vordergrund, denn die Tisza, als Hauptbasis der Bewässerung, muß vor der Ver­schmutzung unbedi gt bewahrt werden. Als eine wichtige Aufgabe erwähnte er den Bodenschutz gegen Erosion und das Verhindern der Bodenerschöpfung. Bei diesen Fragen ist die Zusammenarbeit der ge­wässerkundlichen und der landwirtschaftlichen Forschung nötig, um auch die Einzelheiten der wissen­schaftlichen Grundlagen des Bodenschutzes ausarbeiten zu können. Die auf der Eröffnungssitzung des Kongresses verklungenen Vorträge haben jene Anschauung gezeigt, gemäß deren — unter ungarischen Verhältnissen — die Bedeu­tung der hydrographischen Forschung zu werten ist. Das Wesentliche dieser Anschau­ung ist, daß die gestellten Aufgaben, die wissenschaftlichen Forschungsarbeiten — durch die wasserwirtschaftlichen Arbeiten — in engster Beziehung zur Land­wirtschaft und Industrie und im allgemeinen zur Entwicklungstendenz der Volks­wirtschaft gebracht werden.

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