Vízügyi Közlemények, 1953 (35. évfolyam)
2. szám - XI. Kisebb közlemények
(32). in den Dienst der Wässerversorgung gestellt. Ihre Ergiebigkeit ist allerdings manchmal nur einige hundert oder 1 —2 tausend Kubikmeter pro Tag, aber sie haben alle grosse Bedeutung. In Beziehung der Wassergewinnung müssen wir zwei Karst-Typen unterscheiden : den „Hochkarst" und den „Tiefkarst". Der erste lagert in verhältnismässig geringer Mächtigkeit auf den wassersperrenden Schichten, praktisch hat er keinen gespeicherten Wasserschatz, sondern das Wasser bewegt sich in den Spalten des Hochkarstes beständig gegen die Tiefe, den Quellen zu. Die Mächtigkeit des Tiefkarstes hingegen ist. meistens sehr bedeutend, mehrere hundert Meter. Unter Tiefkarst verstehen wir die meistens sehr bedeutenden, mehrere hundert, ja tausend Meter mächtigen verkarsteten Gesteinsschichten unter dem Grundwasserspiegel. Die Spalten und Klüfte im Tiefkarst sind seit geologischen Zeiten mit praktisch stagnierendem Wasser gefüllt. Dieses Wasser steht unter einheitlichem hydrostatischem Druck, da die Spalten im Karst miteinander mehr oder weniger kommunizieren. Die Wassererschliessungsmöglichkeiten hängen vom Gestein ab. Der Kalkslein ist einer grossausgebreiteten unterirdischen Kanalisation ähnlich, die, an tektonisehe Voraussetzungen gebunden, durch die erodierende und korrodierende Wirkung des Wassers entsteht. Der Kalkstein zwischen den unterirdischen Gängen ist meistens kompakt, praktisch wassersperrend. Dolomit ist weniger löslich, aber spröder als Kalkstein und wurde eher durch tektonisehe Wirkungen als die des Wassers verkarstet. Die Verbindung der einzelnen Teilchen ist. hier locker, das Gestein ist durch zahlreiche, enge Kataklasen durchdrungen und gleichmässiger zerspaltet, als der Kalkstein. Während wir beim Kalkstein Wasser meistens nur in den an Verwerfungen gebundenen Hohlräumen finden, ist dieses im Dolomit viel gleichmässiger im Massiv verteilt. Dauerhafte und verlässliche künstliche Wassergewinnung ist nur im Tiefkarst möglich, viel seltener dagegen im Hochkarst. Durch Tiefbohrungen ist mit grosser Sicherheit nur dann Wasser zu gewinnen, wenn das Bohrloch auf den verkarsteten Untergrund gelagerten groben Sand oder Schotter aufschliesst, der vom Karstwasser gespeist wird. In anderen Fällen ist das Bohren ein Unternehmen von zweifelhaftem Wert. Bei den bisherigen ungarischen Karstwassererschliessungen wurden etwa 11,200 m a Gestein ausgehoben und täglich 22.000 m 3 Wasser' erschlossen. a) Die Karstbrunnen sind einfache, in Felsen geteufte Schächte mit 1,50 —2,00 m Durchmesser. Sie werden dann gebaut, wenn man das Wasser in 8 —10 m Tiefe erreicht. Zuerst wird das Gestein ausgebrochen, dann die Verkleidung errichtet. Unter Wasser werden zweckmässig präfabrizierte Betonelemente verwendet, über Wasser Stampfbeton. Hinter die Unterwasserverkleidung wird Bruchschotter gefüllt (Abb. 4.). b) Die Karstschächte sind bis zum Karstwasserspiegel geteufte senkrechte oder geneigte Schächte mit unterirdischem Maschinenhaus und meistens mehreren hundert Meter langen, unter Wasser getriebenen Sammelstollen (Abb. 5 — 6.). Das Maschinenhaus kann auch über dem Grundwasserspiegel ausgebaut sein, dann wird das Wasser durch vertikalachsige Pumpen gehoben, oder die ganze maschinelle Einrichtung wird in das unter Wasser gebaute, wasserdicht verkleidete Maschinenhaus gebracht. Die technische Ausführung muss ob der Wasserspiegel Schwankung und zum Zwecke des Einzuges eines grösseren Absauggebietes so geplant sein, dass wenigstens 15—20 m Depression erreicht werden kann. Neuestens bauen wir keine Schächte mit kleinerer (5 — 6 m) Depression. Wenn es die topographischen oder geologischen Verhältnisse nötig machen, werden geneigte Schächte gebaut. Auch diese müssen 15 — 20 m tief unter den Karstwasserspiegel dringen, um die nötige Depression zu erreichen. Bei solchen mit grosser Depression arbeitenden geneigten Schächten wird der Unterwasserteil ebenfalls wasserdicht gebaut und das Maschinenhaus kommt auch unter Wasser. Bei der Fassung einiger grösseren Karstquellen ist es zweckmässig ähnliche Methoden, wie bei der künstlichen Wassererschliessung, anzuwenden. Dies besteht darin, dass man in der Nähe des Ursprunges, womöglich in wassersperrendem Gestein, einen 8 —10 m tiefen Schacht unter das Quellniveau teuft. Vom Grunde dieses Schachtes werden dann in die Richtung der vereinzelnd entspringenden Quellen Stollen getrieben. Bei normalem Betrieb wird das Wasser im ursprünglichen Niveau gewonnen ; übergehend kann man aber durch stärkeres Senken der Quelle oder Pumpen grössere Depression erzielen. Dadurch ist eine freiere Wirtschaftung mit dem Wasservorrat möglich. Es muss aber betont werden, dass bei solcher kräftiger Abzapfung die Wirkung derzu erwartenden Spiegelsenkung, eventuell die Schädigung einer schon bestehenden wichtigen Wassernutzung erwogen werden muss.