Petrović, Nikola: Hajózás és gazdálkodás a Közép-Duna-Medencében a merkantilizmus korában (Vajdasági Tudományos és Művészeti Akadémia, Novi Sad - Történelmi Intézet, Beograd, 1982)
Summary
Politische, gesellschaftliche, Wirtschaftsprobleme, sowie spezifische Fragen des Verkehrs, der Schiffahrt und Hydrotechnik sind zu einem Ganzen verbunden. Hierbei jedoch wird die Schiffahrt, der Kanalansbau und die Verbesserung der Schiffbarkeit der Flüsse, als zentrale Frage der Monographie, in einer stürmischen Zeitperiode nicht nur der habsburgischen, sondern auch der europäischen Geschichte, behandelt. Die Autoren des Projekts über den Ausbau des Kanals Danau — Theiss waren die Brüder József und Gabor Kiss, der Nationalität nach Ungarn, Fachleute, die die militärische Ingenieurschule in Wien absolvierten. József Kiss, als Angestellter der Hofkammer in Wien, wurde zum Dirigirenden Hofkammeringenieur und Leiter des Technischen Dienstes in der Baöka bestellt, wo er etwa zehn Jahre an der Instandhaltung der Schiffbarkeit der Flüsse arbeitete und einige kleinere Entwässerungskanäle ausbaute. Um 1780 besuchte er Grossbritannien, wo sich gerade ein dichtes Netz schiffbarer Kanäle, mit Privatunternehmern oder privaten Kompanien im Ausbau befand. Im Jahr 1792 unterbreitete er, zusammen mit seinem Bruder Gabor Kiss, dem Kaiser und König Franz II. von Habsburg, einen Vorschlag zur Verbindung der Danau mit der Theiss durch einen schiffbaren Kanal zwischen den Siedlungen Mono/tor und Backo Gradiste. Eine ausergewöhnliche Beachtung verdient die Tatsache, dass zum Unterschied zur bisherigen Praxis in der Habsburgischen Monarchie, die Konzession zum Ausbau des Kanals für eine private Aktiengesellschaftangesucht wurde. Das projekt des Kanalausbaues in einer sehr fruchtbaren Provinz des südöstlichen Teils des damaligen Ungarn, dem heutigen Autonomen Sozialistischen ebiet Vojvodina in Jugoslawien, wurde in den damaligen Spitzen der Verwaltung mit grossem Verständnis genehmigt. Dies umso mehr, weil schon vom der Mitte des XVIII. Jahrhunderts in der Habsburger Monarchie viele Projekte grosser schiffbarer Kanäle verfasst wurden, obwohl keiner zur Ausführung gelengte. Eine grosse Diskussion wurde jedoch durch den Vorschlag entfacht, dass der Kanalausbau einer privaten Kompanie anvertraut werden soll. In der Hofkammer siegte jene Gruppe, die sich für die Gründung einer Aktiengesellschaft, der ersten grossen Aktiengesellschaft in Österreich und Ungarn einsetzte. Die Aktoinäre dieser) esellschaft waren, grösstenteils, Angehörige des höchsten österreichischen Adels und einige ungarischen Magnaten. Alle zu dieser Frage geführten Diskussionen sind getreu und ausführlich in der Monographie wiedergegeben, aufgrund von Dokumenten aus dem wiener Finanz— und Hofkammerararchiv. Sie werfen ein grelles Licht auf viele Wirtschaftsprobleme des feudalen Habsburgischen Kaisertums zur Zeit der Krisis des späten Feudalismus und dem Entstehen neuer kapitalistischer Beziehungen im Schoss der alten Gesellschaft. Ebenso bezeugen sie den relativ grossen Rückstand Ungarns gegenüber Österreich und Böhmen. Die Entwicklung der Ladwirtschaft im mittleren Donaubereich, die weitere wirtschaftliche Entwicklung und die Gestaltung des inneren Marktes, alles 524