Mészáros Vince: Széchenyi és a magyar vízügyek (VÍZDOK, Budapest, 1979)
Német nyelvű összefoglaló
beim Hochadel kennzeichneten die ungarische Realität dieser Zeit. So sah sein Heimatland 1825 der in die Öffentlichkeit tretende junge Graf, welcher während seines 16 Jahre dauernden Militärdienstes, teils in den napoleonischen Kriegen, teils auf planmässigen Studienreisen ganz Europa durchwandert und sich mit unermüdlicher Ausdauer ausgebildet hat, mit dem heissen Wunsch im Herzen, etwas für sein Vaterland, für sein Volk zu leisten. So, wie er es sich schon als Kind vorgenommen hatte. Zu seiner Muttersprache eignete er sich die deutsche, lateinische, griechische, französische, italiensche, englische und sogar die türkische Sprachee an. Wo immer er sich aufgehalten hat, beobachtete und notierte er alles Gesehene und erwog dabei, was davon nutzbringend zum Wohle seiner Heimat umgesetzt werden könnte. Besonders interessierten ihn die Ergebnisse und grossen Leistungen der Technik. Am 2. August 1825 notierte er in Frankreich, am Ufer des grandiosen Canal du Midi in sein deutscher-sprachiges Tagebuch folgende Zeilen: »Ist es auch böse — wenn unser Puls bey dem Augenblick eines solchen Werkes — zu dessen Vollendung so viele Festigkeit und Beharrlichkeit des Willens erfordert wird — heftiger wie gewöhnlich schägt? — und wenn man in dem heiligen Traum wirken und Erhabenes beginnen zu wollen, diesen merkwürdigen Ort verlässt?« Von dieser Tatenlust durchdrungen erschien er 1825 auf dem — nach langen Jahren ersten — ungarischen Landtag und wurde in kürzester Zeit eine führende Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Széchenyi war sich bewusst, dass unsere Rückständigkeit in der feudalen gesellschaftlichen Struktur, in der politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit wurzelte. Den Weg zur Entfaltung suchte er in der Zivilisierung, in der Kräftigung der Wirtschaft und in der sozialen Vereinigung. Dieser Zielstellungen dienten seine Werke, seine Initiativen auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene. Die Reformbestrebungen erweckten zu jener Zeit das Misstrauen der den kaiserlichen Absolutismus unterstützenden Regierungskreise, sowie die Opposition der ihre Standesprivilegien verteidigenden adeligen Gruppen. Somit sah sich Széchenyi gezwungen, seine Wirtschaft und Gesellschaft organi138