O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 21. (Budapest, 1982)
Dely, O. Gy. ; Stohl, G.: Pileusbeschilderung und phylogenetische Beziehungen innerhalb der Lacertiden 85-110. o.
VERTEBRA TA HUNGARICA TOM. XXI. 1982 p. 85-109 Pileusbeschilderung und phylogenetische Beziehungen innerhalb der Lacertiden* Von O. Gy. DELY & G. STOHL Abstract: Comparative analyses were carried out about the variability of the pileal shields of different species belonging to the family Lacertidae. The results of the comparisons have been evaluated in respect to the phylogenetical relationships existing between the different genera and species of the family. Rein morphologisch eingestellte Untersuchungen brachten den Beweis, dass es sowohl die innerartliche als auch die zwischenartliche Variation, die in der Kopfbeschilderung verschiedener Arten der Familie Lacertidae beobachtet werden kann, von weitem nicht rein zufallsbedingt ist. Im Laufe der eingehenden Untersuchung eines ziemlich reichen Eremias-Materials aus der Mongolei, in welchem drei Arten der Gattung enthalten waren (E. argu s , W. Peters, E. multi ocellat a Günther und E. przewalski i (Strauch)) hat sich herausgestellt, dass es in der Kopfbeschilderung dieser Arten regelmässige Unterschiede vorhanden sind. Die Kopfbeschilderung der beiden Arten przewalski i und multiocellat a war im Grunde genommen abweichend von jener der Art argu s , so dass sie letzten Endes - auch als eine der Artcharaktere bewertet werden könne. Ausserdem wurde eine gewisse Variabilität in der Anordnung der praefrontalen Kopfschilder beobachtet. Auch in dieser Hinsicht scheinen Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten zu bestehen; die Variation in der Kopfbeschilderung erwies sich bei den mongolischen E. argu s-Serien ziemlich breit, während die der E. przewalskii-Serien weitgehend beschränkt war (DELY 1979, 1980). Ähnliche Resultate lieferte eine weitere, ebenfalls vergleichende Untersuchung der Kopfbeschilderung einiger Lacert a-Arten aus Ungarn, bzw. dem Karpatenbecken (Lacerta vivipar a Jacquin, L. tauric a Pallas, L. viridi s (Laurenti), L. agili s Linnaeus und L. murali s (Laurenti)). Es gelang uns nachzuweisen, dass die fiir die meisten Arten der Gattung Lacert a als "typisch" bezeichnete Anordnung der Kopfschilder (Typ "AT', Tafel I: Abb. 1) bei einigen Exemplaren jener oder anderer Art durch eine andere Anordnung vertreten war. Es war uns weiterhin aufgefallen, dass eine bestimmte Anordnungsform nicht nur an Individuen einer einzigen, sondern mehrerer, verschiedener Populationen aufgetreten war, und zwar unabhängig davon, dass die betreffenden Populationen naheliegende oder weitentfernte Gebiete besiedelten (DELY 1978 a, b, 1981 b, 1982). Wird also die in der Kopfbeschilderung, vor allem in der Anordnung der vor dem Frontale liegenden Schilder auftretende Variabilität bei mehreren Arten der Familie vergleichœd betrachtet, so lassen sich bestimmte Gesetzmässigkeiten entdecken. Am merkwürdigsten war, dass bestimmte, gut definierbare Anordnungen nicht nur bei jener oder anderer Art der Gattungen Eremia s und Lacerta , sondern auch bei Arten anderer Gattungen der Familie, wie Algyroide s, Scaptir a und Acanthodactylu s auftreten * Vorgelegt von O.Gy. DELY auf der Ersten Herpetologischen Konferenz Sozialistischer Länder am 29. August 1981 in Budapest.