O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 21. (Budapest, 1982)

Engelmann, W. E.: Der Einsatz serologisch-immunologischer Methoden in der Lacerten- Taxonomie 111-116. o.

8191 K & i I I I r I £ 20 ¥Q S/2­128 32 8 • • 1 2 1 proteine als primäre Genprodukte dem geneti­schen Code im Vergleich zu den meisten mor­phologischen Merkmalen viel näher liegen, repräsentieren sie doch nur einen Teilbereich des Organismus. Aus diesem Grund kann die immunologische Verwandtschaftsforschung auch nich dazu benutzt werden, um strittige taxono­mische Fragen schiedsrichterlich zu entschei­den. So ist es meiner Meinung nach nicht mög­lich, aufgrund photometrisch gewonnener Mess­kurven von Antigen-Antikörper-Reaktionen no­menklatorische Schlüsse zu ziehen und Arten zu Unterarten abzustufen bzw. umgekehrt Un­terarten in Artrang zu erheben, wie das von LANZA, CEI und CRESPO (1977) unternommen wurde. Die Problematik solcher einseitigen Be­trachtungsweise zeigt das Beispiel von Lacerta lepida lepid a und Lacerta lepida pater , die nach den in den Abbildungen 1-3 dargestellten Ergebnissen immunologisch praktisch identisch sind, sich morphologisch jedoch gut unter­scheiden lassen. Zusammenfassend liefert die immunologische Taxonomie zweifellos wertvolle Bausteine aus einem der Morphologie nicht zugänglichen Bereich zur Erarbeitung eines auf natürlichen Verwandtschaftsbeziehungen aufge­bauten Systems, das die phylogenetischen Zu­sammenhänge umso besser zum Ausdruck bringt, je mehr Merkmale berücksichtigt wer­den können. Andererseits soll man sich stets bewusst bleiben, dass die immunologische Taxonomie innerhalb der gesamten taxonomischen For­schung eine Methode unter vielen ist und auch bleiben wird. Allerdings scheint sie mit be­sonderem Erfolg bei solchen Gruppen einsetz­bar zu sein, die phylogenetisch relativ alt, morphologisch jedoch aufgrund ähnlicher öko­logischer Bedingungen sehr einheitlich geblie­ben sind. Dies ist zum Beispiel in der Sammelgattung Lacert a der Fall, aber audi die Agamiden und Chamaeleoniden bieten sich für immunologische Vergleichsuntersuchungen an. Wenn unter diesen Gesichtspunkten die oben dargestellten Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollen, so stützen sie zunächst die Auffassung, dass die Kanareneidechsen eine Sonder­stellung einnehmen. Das könnte in der auch von anderer Seite geforderten Aufstellung einer eige­nen Gattung Galloti a zum Ausdruck kommen. Lacerta lepid a hat mit der Gattung Galloti a immu­nologisch wesentlich weniger Gemeinsamkeiten als mit den Arten der Smaragdeidechsengruppe. Trotzdem lässt sie sich in die relativ geschlossen wirkende Smaragdeidechsengruppe nicht recht einordnen. Noch weniger trifft dies auf Lacerta princeps kurdistanic a zu. Inwieweit diese mit La­certa lepid a enger korrespondiert, müssten weitere Untersuchungen abklären. Lacerta jayakari zeigt zumindest im Vergleich zu den Arten der Gattung Galloti a verhältnismässig gute Reaktio­nen mit Lacerta lepida . Eine taxonomische und daraus resultierende nomenklatorische Wertimg dieser immunologischen Vergleiche kann jedoch zwangsläufig nur in Zusammenhang mit allen taxonomisch verwertbaren Fakten erfolgen, was jedoch nicht Gegenstand dieser Ausführungen sein sollte. Mit diesen Darlegungen wurde vielmehr versucht, die Möglichkeiten und Grenzen immunologischer Verwandtschaftsforschung in der Eidechsen-Systematik zu umreissen. Gleichzeitig soll damit auch eine Anregung zu weiteren Untersuchungen in dieser Richtung gegeben werden. Dies würde zweifellos neue Impulse für die Aufklärung der verwandtschaftlichen Zusammenhänge erbringen können. Antiserum Verdünnung 1-32 /:20W Abb. 1: Passive Hämagglutionationshemmung eines Kaninchen-anti-Lacerta-viridis-viridis­Serums mit verschiedenen Eidechsennormal­seren. 1 = Lacerta viridis meridionali s ­2 = Lacerta viridis fejervary i - 3 = Lacerta trilineata media - 4 = Lacert a schreiben

Next

/
Thumbnails
Contents