O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 21. (Budapest, 1982)

Dely, O. Gy. ; Stohl, G.: Pileusbeschilderung und phylogenetische Beziehungen innerhalb der Lacertiden 85-110. o.

ökologischen Gründen nur wenigen Exemplaren der Art eine Möglichkeit zur Lebenserhaltung bieten. Dies hat zur Folge, dass in diesen Territorien nur kleine und isolierte Fortpflanzungsgemeinschaf­ten ihr Leben fristen imstande sind. Im Grunde genommen zeigt die inner- und zwischenartliche Variation der Kopfbeschilderung bei einer anderen Gattung der Familie, und zwar bei Eremia s weitgehende Ähnlichkeiten (Tabelle 3). Es sollen hier einige Ergebnisse von unseren an einigen mongolischen und nordkoreanischen Eremias-Arten durchgeführten Untersuchungen (DELY 1979, 1980, 1981 c) sowie Literaturangaben angeführt werden. Die erste - und am schwerwiegendste - Parallelität besteht darin, dass der Grundtyp "AT' auch bei vielen von den untersuchten Eremias-Arten ebenfalls mit der grössten Häufigkeit unter den Beschilderungstypen vorhanden ist. So beträgt die Häufigkeit des Grundtyps "Aï' bei Eremias przewalski i 93,34%, bei E. multiocellat a 87, 52%. Selbstverständlich gibt es auch unter den berücksichtigten Eremias-Arten auch solche, bei welchen der Typ "AI" nur mit niedriger Häufigkeit (z.B. bei E.lineo-ocellat a 25%) oder überhaupt nicht vorkommt (wie bei E. brenchley i, E. capensi s, E. namaquensi s und E. rubropunctatus) . Auffallend ist das Fehlen des Grundtyps "AI" bei die Art E. argus , die anhand eines ziemlich grossen Materials (N = 47) studiert wurde. An die Stelle eines einzigen dominierenden Typus sind bei dieser Art drei andere Beschildungstypen getreten: AI 2y (31,84%), AI 2Y (25,56%) und AI 2Y 2 (25,56%). Der Gattung Lacert a ähnlich schwankt auch die Zahl der neben dem/den Grundtyp/Grundtypen auftretenden Beschildungstypen bei den verschiedenen Arten der Gattung Eremias. In der Kopfbe­schilderung von mehreren in Betracht gezogenen Arten ist neben dem als für die Art bezeichnen­den Grundtyp kein anderer vorhanden. So z.B. kommt bei der Art E. namaquensi s (N = 2) neben dem Typ "AIY" kein anderer vor. Es gibt selbstverständlich auch im Rahmen dieser Gattung Ar­ten, bei welchen die Kopfbeschilderung eine höhere Variablität zeigt. Bei E. przewalski i kommen neben dem Grundtyp "AI" noch 3, bei E. multiocellat a sogar 6 weitere Beschildungstypen - wenn auch mit niedriger Häufigkeit - vor. Die Kopfbeschilderung von E. argu s zeichnet sich ausser den 3 "Haupttypen" ebenfalls durch 6 weitere Typen aus. Im Zusammenhang mit der Variationsbreite der Kopfbeschilderung unseres mongolischen E. multiocellata- und E. argus-Materials taucht die Frage auf, womit lässt es sich erklären, dass die Variabilität dieses Merkmals trotz der abweichenden Fortpflanzung beider Arten von gleichem Ausmass ist ( multiocellat a lebendgebärend, argu s eierlegend). Vielleicht kann die Übereinstim­mung darauf zurückgeführt werden, dass die Zahl der Nachkommen auch bei der eierlegenden Art, E. argus , nicht jener der lebendgebärenden, E. multiocellata , überlegen ist (bei argu s 2-6, im Durchschnitt 2-4, bei multiocellat a 1-5, im Durchschnitt 3 - SHCHERBAK 1974). Es ist selbst­verständlich eine andere Frage, warum die Variation der Kopfbeschilderung bei der ebenfalls lebendgebärenden Eremias przewalski i beschränkter sei. Ist die Ursache vielleicht in der grösse­ren Widerstandsfähigkeit der kräftiger gebauten Konstitution dieser Art zu suchen? Wie unsere orientierenden Untersuchungen zeigen, scheint die Variation der Kopfbeschildung bei dan Gattungen Acanthodactylu s, Algyroide s und Scaptir a im Grunde genommen von ähnlicher Breite zu sein. Bei Acanthodactylus boskianu s ist der Grundtyp "AI" mit einer Häufigkeit von 83,36% vorhanden, neben ihm kommen noch 3 weitere Typen vor. Bei den 3 anderen untersuchten Arten der Gattung kommt ausschliesslich der Grundtyp "AI" vor. In der Gattung Algyroides scheint der Grundtyp "AI" ebenfalls dominierend zu sein, während bei Scaptir a "AF etwas zu­rückgedrängt geworden ist (49, 99%), neben dem Grundtyp sind aber 2-2 weitere Typen anwesend. Den in den Tabellen 2 und 3 angeführten Angaben ähnlich lässt sich eine ganze Reihe von den von uns aufgestellten Kopfbeschilderungstypen in der einschlägigen Literatur auffinden. Aus den Literatur angaben (einschliesslich auch die Abbildungen) geht hervor, dass mehrere dieser Typen sogar als Artcharaktere gelten können (so z.B. der Typ "BI" bei Lacerta mosorensi s, L. horvath i -und L. derjugini ). Die in der einschlägigen Literatur von uns aufgefundenen und vom Typ "AT 1, der als Grund­typ betrachtet werden kann, abweichenden Kopfbeschilderungstypen: Typ "Aly": Lacerta sicula polenci Brelih, 1961 (BRELIH 1961: 73, Abb. 1/1). - L. taurica Pallas, 1814 (FUHN ,1955: 1091, Abb. 5). - Eremias argus barbouri Schmidt, 1925 PELY 1979: 78, Abb. 8; 1980: 120, Abb. 8). - E. arguta deserti (Gmelin, 1789) (BAYGER 1937: 59, Abb. 53). - E. m. multiocellata Günther, 1872 (DELY 1979: 81, Abb. 2; 1980: 121, Abb. 10). - E. prze­walskii (Strauch, 1876) PELY 1979: 81, Abb. 7; 1980: 121, Abb. 15). - E. strauchi Kessler, 1878 (BANNIKOV et al. 1971: 148, Abb. 26/2). Typ "Aly": Lacerta anatolica Werner, 1902 (WERNER 1902: Taf. 3, Abb. 11).

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