O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)

Stohl, G.: Verzwergter Belgischer Riese – ein Kaninchen-Inzuchtstamm 67-77. o.

Vertebr. Hung. XVIII. 1978. „Verzwergter Belgischer Riese" — ein Kaninchen-Inzuchtstamm STOHL, Gábor Naturwissenschaftliches Museum, Budapest ABSTRACT: Morphological and some physiological characters of a new inbred rabbit strain "medium-sized Flemish Giant" ("verzwergter Bel­gischer Riese") are described. Inspite of the reduced body size, mea­surements and organ weights, most exemplars of the the strain have re­tained the higher number (27) of the presacral vertebrae, a characteristic feature for Giant rabbits. Riesenkaninchen scheinen einen besonderen Platz unter den domesti­zierten Säugetieren einzunehmen. Wohl ist eine merkliche Zunahme des Kör­pergewichtes, bzw. - grosse als Domestikationserscheinung bei vielen Haus­tieren aufgetreten und durch menschliche Zuchtwahl weiter gefördert worden, doch gilt die Zunahme des Hirngewichtes - auch im absoluten Sinne - über je­ne der Wildform als eine Ausnahme. Eine allgemeine Erscheinung ist nämlich die Abnahme des Hirngewichtes, vor allem bestimmter corticalen Teile des Hirnes, was bei Haustieren aus verschiedenen Gruppen der Wirbeltiere immer wieder im Laufe der Domestikation aufgetreten war (HERRE, 1956; ROHRS, 1959; HERRE und ROHRS, 1974). Diese negative Korrelation hat sich auch für die domestizierten Nachkommen der Art Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus LINNAEUS) als gültig erwiesen. Literaturangaben (BRODY, 1945; CHOINOW­SKI, 19 58) und eigene Untersuchungen beweisen, dass mittelgrosse Hauskanin­chen von einem Körpergewicht 3,5 - 4,0 kg genau so grosse Gehirne besitzen, wie Wildkaninchen von einem Körpergewicht 1,7 - 1,9 kg. Bei vielen mittel­grossen Hauskaninchen bleiben aber Hirngewichte auch absolut hinter jenem des Wildkaninchens zurück. Bei Riesenkaninchen scheinen aber die für diese domestizierte Form bezeichnenden genetischen Faktoren, die ein schnelleres Wachstum ihrer Träger - vor allem im postembryonalen Stadium der Ent­wicklung - verursachen, auch das Wachstum des Gehirnes über jene Hohe weiterzudrängen, die für die Wildform bezeichnend ist und daher im Genotyp der Art fest verankert sein muss. Praktische Erfahrungen der Kaninchenzüchter haben immer wieder den Beweis erbracht, dass Riesenkaninchen äusserst anfällig gegenüber einer Inzucht sind. Kann ein ständiger Wechsel der Zuchttiere nicht aufrechterhalten werden, so nimmt das Körpergewicht der Tiere in den aufeinanderfolgenden Generationen schnell ab - abgesehen von einer herabgesetzten Vitalität der Tiere. Da Riesenkaninchen - ausser ihrem grösseren Körpergewicht und -masse - auch in den meisten Organgewichten sowohl von der Wildform als auch von den anderen Hauskaninchenrassen abweichen, wirft sich die Frage

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