O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 16. (Budapest, 1975)
Stohl, G.: Die Regelung der Fortpflanzungstätigkeit bei Mus musculus spicilegus (Petényi) 55-72. o.
int dies nicht zutreffen). Eine andere ve raiige me inbare Beobachtung war, dass die Individuen zahl in diesen Isolaten nur ausnahmsweise die Höchstzahl von 20 ubertroffen hatte. Als aber nach 12 bis 18 Monaten die einzelnen Isolate zur weiteren Untersuchung aufgearbeitet und sämtliche Tiere seziert wurden, hat es sich herausgestellt, dass unter den weiblichen Tieren in fast allen Fällen nur ein einziges sich in voller gechlechtlichen Aktivität befand {Tabelle I.). Dies war der Fall auch bei jener Zucht, in welcher die Vermehrung der Tiere, also ihre Fortpflanzungstätigkeit schon längst aufgehört hat, weil aus dem kleinen Isolât vor einem halben Jahr sämtliche männliche Tiere entfernt worden waren (Tabelle n.). Bei Labormäusen - völlig unabhängig von der Linienzugehörigkeit bzw. Kreuzungskombination der Elterntiere - nahm die Zahl die kleinen, künstlichen Isolate aufbauenden Individuen schnell zu, und erreichte sobald eine Höchstzahl von ungef. 30 Exemplaren. Es liess sich einwandfrei beobachten, dass Jungtiere ununterbrochen geboren wurden, sie wurden aber von den Muttertieren nicht aufgenommen und innerhalb von kurzer Zeit von den übrigen Tieren aufgefressen. Auch die Sezierung der Tiere gab ein vollständig abweichendes Bild. Nur diejenigen weiblichen Mäuse, die erst vor kurzem geboren hatten, besassen keine Embryonen, aber auch ihre Gebärmutter zeigt noch klar die frischen Narben der abgeworfenen Placentas . Die Gesamtzahl der in ihrer Gebärmutter sich entwickelnden Embryonen übertrifft sehr oft 10 (Tabelle HI.). Es macht sich also ein krasser Unterschied gegenüber der Wildform spicilegus bemerkbar. Während bei der Wildform in den künstlich geschaffenen Isolaten je nur ein einziges weibliches Tier ihre Fortpflanzungsfähigkeit bewährte, ging in den Isolaten von Labormäusen - auch wenn sie schon längst übersiedelt waren - die Vermehrung sämtlicher geschlechtsreifer Weibchen unbehindert weiter. Ähnliche Verhältnisse konnten beobachtet werden in einem Isolât, das aus einem Zuchtpaar von DBA x spicilegus (Fj_) hervorgegangen war (Tabelle IV). Aber nicht nur genetische Faktoren, sondern auch äussere Umstände scheinen die Regelungsvorgänge der Fortpflanzung zu beeinflussen. Obwohl die Zahl jener Isolate, in welchen diese Erscheinung beobachtet werden konnte, zu gering war (insgesamt 2), sollen sie doch erwähnt werden. In diesen 2 Isolaten erhielten unsere Wildmäuse über 2 Monaten ein an Calcium besonders reiches Futter. Ihr Standard-Futter wurde mit einem Zusatz von fein pulversisiertem Calciumkarbonat und Milchpulver ergänzt. Während in anderen Zuchten die männlichen Tiere in grösster Harmonie lebten, standen in diesen beiden Isolaten die Raufereien unter den Männchen an Tagesordnung. Auch bei den weiblichen Exemplaren hat sich die Geschlechtstätigkeit auch auf die rangniedrigere ausgebreitet (Tabelle V.)