O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 11/1-2. (Budapest, 1969)
Boros, I. ; Dely, O.: Einige Vertreter der ungarischen Zoologie an der Wende des 19.-20. Jahrhunderts und die wissenschaftshistorische Bedeutung ihrer Tätigkeit 3. István (Stephan) Bolkay (1887-1930) 33-126. o.
oberen Pliozän und des unteren Pleistozän in Ungarn liegendem Fundort, zwischen Csarnóta und Beremend (Komitat Baranya), wo in steppenförmigen Ablagerungen Dolomys miller i NHRG., angetroffen wurde. Den letzteren Umstand - den xerophilen Charakter des Biotopes - unterstützt, ja sogar vergewissert der VaranusFund, dessen Überreste ebenfalls aus dem mit Dolo mys gleichaltrigem Horizont gesammelt wurden und den BOLKAY , 1913 unter dem 7fi Namen Varanus deserticolu s beschrieb. Ein heute noch lebender Verwandter von diesem ist Varanus griseu s, der im sowjetischen Mittel-Asien, in Nord-Afrika und Klein-Asien, mit Ausnahme Südwest-Asiens, ebenfalls in holzlosen, wüstenartigen, bzw. Steppengebiet vorkommt. In dieser Arbeit, konsequent bei seiner öfters erwähnten Anschauung bleibend, niiimt er ausdrücklich Stellung neben der von Nordwest-Europa bzw.. Mittel-Europa verlaufenden Abstammung der älteren Spalaxe ein, gegenübel? der Auffassung von MÉHELY, der sie von Süd-Südost- bzw. Südwest-Asien kommender Form abstammen lässt ( Prospalax priscu s NHRG.). Die Vorfahren der Blindmäuse wanderten, nach BOLKAY, von Norden nach Süden und sollten von dort zurückgekehrt sein; nach der Eiszeit wanderten sie ein zweitesmal nach Norden, jeztz aber bereits die sich inzwischen in verschiedene Arten bzw. Unterarten differenzierten Formen. In seinem Interessenkreis hinsichtlich der geschichtlichen Entwicklung der 'Tierwelt fehlte auch der Mensch nicht. In einer 77 kurzen Arbeit befasste sich BOLKAY mit einem primitiv aussehenden, neandertalartigen Schädel, welcher 1928 in der Herzegowina gefunden wurde. Bloss um die Aufmerksamkeit zu erwecken - wie dies aus den einführenden Worten seines Aufsatzes hervorgeht - beschrieb er diesen Fund; auf Grund der Erhaltung der Knochen jedoch und dem Alter der Flussablagerung nach, wo er gefunden wurde, sowie wegen Fehlen der Augenbrauenbogen (Torus supraorbitalis ) kann er nicht als Schädel des Urmenschen betrachtet werden, obwohl seine Form und sein Grössenmass eindeutig auf einen Neandertalmenschen hinweisen.