O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 11/1-2. (Budapest, 1969)

Boros, I. ; Dely, O.: Einige Vertreter der ungarischen Zoologie an der Wende des 19.-20. Jahrhunderts und die wissenschaftshistorische Bedeutung ihrer Tätigkeit 3. István (Stephan) Bolkay (1887-1930) 33-126. o.

den letzteren befasst er sich bereits in Beziehung der ganzen Familie Ranida e , und auch auf die Ergebnisse von vergleichenden embryologischen Untersuchungen hinweisend, versucht er die Stu­fenfolge der Evolution des Schultergürtels und den phyloge­netischen Verlauf seiner Entwicklung zu erkunden. Da ihm jedoch fossiles Material kaum zur Verfügung stand und er sich so auch darauf nicht beziehen konnte, ist es - obwohl seine Feststel­lungen als wahrscheinliche erscheinen -, offensichtlich, dass ihnen der am überzeugensten wirkende paläontologische Beweis dennoch fehlt. Und dies schliesst die Möglichkeit nicht aus, ob die systematisch und phylogenetisch einheitlich betrachteten Gruppen, aus einem gemeinsamen Stamm hervorgehend, nicht als Ergebnis einer parallelen Entwicklung zustande gekommen sind? Oder aber früher unter verschiedenen Verhältnissen lebend, spä­ter unter ähnliche Lebensbedingungen geratend, unabhängig von­einander, durch Konvergenz nur dem Anschein nach, sind sie zu äusserst nahe Verwandte geworden. Es ist klar,dass er seine Folgerungen auch in diesem Fall nicht nur aus gewissen Tatbeständen, sondern der Richtigkeit gewisser Suppositionen vertrauend, zog. In der, neben aller Exaktheit seiner phylogenetischen und pa­läobiologischen Arbeiten sich zeigende, in gewissem Masse spe­kulative Charakter, darf keiner - wie dies manchmal auch Fach­leute denken - Bemerkung ausgesetzt werden. Wie im allgemeinen in allen ähnlichen Studien - wer immer der Verfasser sei - wo man in den Lebenswissenschaften auf die Ausarbeitung des natür­lichen Systems bestrebt ist, begegnet man sich heutzutage mit der unerlässlichen Zugehörigkeit des Entwurfes bez. Aufstellens der Stammbäume .Notwendigerweise muss man in jeder Wissenschaft, über die Erfahrungen hinaus, ohne Beobachtungen, ohne Wahrneh­mung, quasi Ahnungsweise ,mit freien und eigenmächtigen Phanta­siekombinationen arbeiten, ohne Rücksicht darauf, ob man Bio­loge, Physiker, Astronom oder Chemiker ist. So konnte auch der Naturforscher BOLKAY, der während seiner wissenschaftlichen Tä­tigkeit den Verwandtschaftskreis einer Eidechsen bzw. Schlan-

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