O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 11/1-2. (Budapest, 1969)

Boros, I. ; Dely, O.: Einige Vertreter der ungarischen Zoologie an der Wende des 19.-20. Jahrhunderts und die wissenschaftshistorische Bedeutung ihrer Tätigkeit 3. István (Stephan) Bolkay (1887-1930) 33-126. o.

und die dabei aufgeworfenen komplizierten Fragen zogen auch die Fachleute nicht "besonders an. Wegen Fehlen von entsprechendem gesellschaftlichem Niveau, überwältigte auch diejenige ein re­signierender Agnostizismus, die ähnlich MÉHELY und FEJÉRVÁRY nicht nur autentisch waren sich zu äussern, sondern sich auch entsprechend vorbereitet hatten und dazu auch berufen gewesen wären. Lieber schwiegen sie um nicht vor der offiziellen Auf­fassung und der sich danach richtenden öffentlichen Meinung als Sonderlinge, eventuell - horribile dictu - „gottlose Materiali­sten" betrachtet zu werden. Oder - in der Mehrzahl der Fälle ­hielten sie alle diejenigen Meinungen für unwissenschaftlich, die in dieser Frage positive Stellungsnahme bedeutet hätten. Wenn auch das Schweigen von BOLKAY bezüglich weltanschaulicher Probleme auffällig scheint, es sei nicht misszuverstehen, dass er weitaus nicht mit den letzteren identisch zu nehmen ist. Seine Mentalität ähnelt im Grunde genommen und dem Wesen nach zu der seines Meisters und Freundes; er ist auch überzeugter Anhänger der fortgeschrittenen biologischen Anschauungen nach DARWINs Zeiten, was er übrigens auch beinahe in allen seinen Arbeiten zum Ausdruck bringt. Die Evolution der Arten, ihre Verwandtschaftsverhältnisse, und phylogenetischen Beziehungen befassen ihn fortwährend; in seinen diesbezüglichen Arbeiten sucht er stets die Erklärung der Zusammenhänge; und diese wer­den ausschliesslich nur auf natürliche Gründe zurückgeführt. Wenn er zwischen einer gewissen Erscheinung und ihr Vorausgegan­gene -wenn auch bedingte - Kausalverhältnisse glaubt festzu­stellen, treu zu den Intentionen MÉHELYs, verzagt er nicht die Zusammenhänge in Form von Naturgesetzen auszusprechen. Ja, über dies hinausgehend, sucht er Erklärung für die Erkenntnis sol­cher Gründe, die nicht mehr auf Sinneserfahrungen beruhen, und zwar wortkarg, versucht er beinahe in allen Fällen Theorien ab­zuleiten bzw. aufzustellen. Dies ist vielleicht mehr kennzeich­nend für seine wissenschaftliche Tätigkeit als bei MÉHELY und FEJÉRVÁRY. Anscheinend nimmt er keine Notiz davon, oder will er nicht dar-

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