O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 10/1-2. (Budapest, 1968)
Marián, M.: Die Amphibien- und Reptilienfaunen des Kunfehértó (Kunfehérsodasee) in Ungarn 143-162. o.
Auch die Überwinterung ist sicherer im Wasser des Kunfehérsees, das tiefer als das der durchschnittlichen Sodaseen ist, weil eine Gefahr des Einfrierens bis zum Boden hier viel weniger bedroht, als in Sodasees ganz seichten Wassers. Auch die dicke Schlammschicht sichert einen guten Schutz für die ihren Winterschlaf hier machenden Tiere. In dem östlichen Teil des Bettes im Riedgrund des Röhrichts ist ein grosses Grundwassergerinne zu beobachten. Diese Gewässer sind wärmer als das Seewasser, so bildet sich hier auch die Eisdecke erst später: die Herbstaktivität der Tierwelt verlängert sich einige Wochen, auch die Mitglieder der Herpetofauna sind weiter tätig. Der anthropogene Einfluss ist bedeutend genug im Kunfehérsee. Am nordöstlichen Ufer des Sees Nr.I.ist eine Erholungsstätte grossen Verkehrs im Betrieb, wo jährlich Zehntausende von Menschen verkehren.Es wird zu deiser Erholungsstätte ein Strandbad angeschlossen, mit einem Bootshafen. Das Leben der Herpetofauna wird von den durch die Motorboote herbeigeführten häufigen und starken Wellenschlägen, sowohl von der durch Maschinen durchgeführten Laichkrautausrottung - womit man sich das Strandwasser reinzuhalten bemüht - bedeutend gestört. Auch die unvernünftige Tiervernichtung vermindert die Anzahl der Amphibien-Reptilien am meisten, öfters habe ich am Uferrand getötete Wasser- und Moorfrösche gefunden. Und am 30. Mai 1966 habe ich eine Moorschildkröte, ein ausnahmsweise grossgewachsenes, mehrere Jahrzehnte erlebtes seltenes Spezimen ihrer Art an der Mole des Strandbades totgeschlagen gefunden. Die hier lebenden Tiere sind auch von den Geflügeln des am südwestlichen Ufer des Sees zustande gebrachter Kleintierhofes in solcher Masse vernichtet, dass in diesem Uferteil kaum mehr Amphibien oder Reptilien gefunden werden können.