O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 7/1-2. (Budapest, 1965)

Kretzoi, M.: Pannonicola brevidens n.g.n.sp., ein echter Arvicolide aus dem ungarischen Unterpliozän 131-140. o.

ihm geologisch am nächsten stehenden, phyletisch nicht weit entfernten Gattungen Microtodon Schaub und Prosomys Shotwell verglichen - wobei das gegenseitige Verhältnis dieser Gat­tungen nicht näher diskutiert werden soll. Was in Microto­don-Prosomys entschieden moderner ist, als bei Pannonicola, 1st beginnende Hypselodontle und das axial verlängerte, schmälere, dabei entschieden quadranguläre Kauflächenbild der Molaren. Was aber Bauplan derselben betrifft, ist Panno­nicola deutlicher arvicoloid gebaut, wofür schärfer ausge­prägte Alternierung der Prismen, ihre ausgeglichenere Sym­metrie, besonders aber fortgeschrittenerer Ausgleich in der Tiefe der Einbuchtungen - alles zusammen moderneres Arvico­liden-Gepräge des Kauflächenbildes sprechen. Nehmen wir noch das höhere geologische Alter der neuen Form dazu, so kann mit ziemlich grosser Sicherheit festgestellt werden, dass Pannonicola eine von Mierotodon-Prosomys scharf getrennte Linie der Arvicoliden-Phylogenie vertritt, die durch ihre bereits im Altpliozän erreichten typischen Arvicollden-Merk­male zugleich Mierotodon-Prosomys mit ihren Im Mittelpliozän noch ausharrenden Primitivmerkmalen - trotz Hypselodontie und Verlängerung der Kaufläche -i aus der direkten Ahnengrup­pe der echten Wühlmäuse weit abseits verdrängt. Mit anderen Worten ï Pannonicola ist trotz phyletischen Primitivität in so weitgehenden Mass echter Arvicolide, dass die geologisch etwas jüngeren Glieder der Gruppe Mierotodon-Prosomys mit den ihnen noch weitgehend anhaftenden „cricetoiden" Merkma­len nicht weiter als Stammgruppe der Arvicoliden, ja nicht einmal als zu solchen führende Gruppe in Betracht kommen können, sondern vielmehr als eine der wohl mehreren Nebenli­nien gelten müssen. Vielleicht erübrigt sich ein eingehender Vergleich mit den Gliedern der Baranomys-Gruppe , die trotz Brachyodontie der Molaren und Pannonicola nahestehender phyletischen Höhe der Talonidentfaltung am M^, infolge der sehr ausgeprägten „Cricetoiden" , bzw. „hesperomyinen" Merkmale , wie Schräg-

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