Gábor Eszter: Die Andrássy Straße - Unser Budapest (Budapest, 2002)
telnem allgemeinen Erben machte. Wir tind et dem Andenken det Verstor benen Jedoch schuldig zu erwähnen, daß er nicht auf die Nation vergessen hat, telne Kunstschätze und verschiedenen Sammlungen hatte er nacheinander zwischen 1876 und i8g6 dem Ungarischen Nationalmuteum geschenkt. Doch schon gegen Ende der siebziger Jahre hatte er sich to von der Öffentlichkeit zurückgezogen, daß über seine wirklich herrschaftlichen Geschenke nur wenig Eingeweihte Betcheid wußten, vor dem großen Publikum. Ja sogar im Tagebuch des Museums fungierten tie lange Zeit nur alt Geschenke einet Namenloten." Neben seinen Goldschmiedearbeiten und der Altertümersammlung hielten viele seine Waffensammlung für die bedeutendste. Aus dem alten Grundbuch wissen wir, daß seine zwei Nichten schließlich den Erbschaftsprozeß gewannen und die Villa in der Andrássy út im Mai 1920 auf sie überschrieben wurde. Zwischen den zwei Weltkriegen wohnten sie in der Villa, nach dem Krieg wurde diese Bürohaus der Budapester Organisation der Patriotischen Volksfront. Zur Zeit befindet sich hier die Redaktion der Zeitschrift Heti Válasz (Wöchentliche Antwort). Das Haus ist, abgesehen von der verputzten Rohziegelfassade, sozusagen unverändert. Unter den verhältnismäßig kleinen Villengrundstücken der Andrássy út wa ren die beiden letzten auffällig groß. Dasjenige auf der linken Seite betrug ursprünglich 1551 Quadratklafter, das auf der rechten 815. Auf beide Grundstücke baute das Radialstraßen-Bauunternehmen je eine beispielgebende Villa. Auf der linken Seite, heute Andrássy út 132, entstand ein wirklich großangelegter Palast, geplant vom Stuttgarter Architekten Adolf Gnaut, mit Straffito- Verzierungen an der Fassade vom — früher schon öfter erwähnten — Lajos Rauscher. Das ungewöhnlich hohe, einstöckige Gebäude mit Portikus stand in einem großen — den alten Fotos nach besonders schönen — Garten. 1890 kaufte Baron Lipót Edelsheim-Gyulay, General der Kavallerie, die Villa vom Unternehmen. Sein gleichnamiger Sohn erbte sie und verkaufte sie im Sommer 1900; das Gebäude mit einem 833 Quadratklafter großen Gartenteil an einen Kunden, die übrigen 718 Quadratklafter Garten an einen anderen. Die neuen Besitzer teilten nach kurzer Zeit das Gebiet weiter auf, bis schließlich im Dezember 560 Quadratklafter Garten um die Villa herum übrigblieben, und im Zeitraum von nur einigen Jahren drei neue Häuser ringsherum gebaut wurden (Andrássy út 130, Aréna bzw. Dózsa György út 96 und Lendvay utca 27 — das Gebäude der französischer Botschaft). Die ursprüngliche Villa wurde, sozusagen, eingemauert. Baron Frigyes Born und seine Erben wohnten hier, in dem immer anachronistischeren Haus bis 1942, als Gyula Frigyes Born die Villa abreißen und von Miklós Réczey an die Stelle eine Gemeinschaftsvilla mit 14 Wohnungen bauen ließ. Die konkave Fassade bestimmten Prinzipien und nicht die Funktion des Hauses. Im Garten bewahren zwei alte Platanen zum Heldenplatz hin die Erinnerung an den einstigen großen Garten. 58