Gábor Eszter: Die Andrássy Straße - Unser Budapest (Budapest, 2002)
■ Ruótióche Botóchatt (Andráay út 104) Andrássy út bewahren auch heute noch, wenn auch mit einigen Änderungen, die Spuren der Erdödy-Villa. Von der übrigen Villen des Häuserkomplexes ist nicht einmal soviel übriggeblieben. Die Villen Nr. 106 und 108 wurden im Krieg beschädigt und beide abgetragen. Das Haus Nr. 110 modernisierte sein neuer Besitzer, der Baumeister István Pucher im Jahre 1900. Das Gebäude Nr. 112 überlebte den Krieg und beherbergte jahrzehntelang den Klub Junger Künstler. In den neunziger Jahren wurde im Vorgarten des Gebäudes in einer Bude ein griechisches Restaurant betrieben. Danach fiel das Gebäude dem gröbsten Umbau des Jahrzehnts zum Opfer, der beweist, daß auf der als Synonym für gute Qualität bekannten Andrássy üt die Armseligkeit auch Wurzel gefaßt hat. An der Andrássy út Nr. 101 befindet sich in der einstigen Schanzer-Villa seit Jahrzehnten schon das Haus der Ungarischen Presse. Dieses 1906 gebaute Haus war schon das zweite auf diesem Grundstück. Das erste wurde 1883 nach Plänen von Frigyes Feszi für den Schneidermeister Gyula Bányász gebaut. Es war das einzige Gebäude im romantischen Stil auf der damaligen Sugárút, welches in seinen Detailformen auf das Hauptwerk des Planers, die Pester Redoute hinwies. Die Bányász-Villa wurde 1906 so abgetragen, daß nicht einmal ein Foto davon übrigblieb. Nur der Entwurfzeichnung nach können wir darauf schließen, welch unersetzbaren Verlust die ungarische Baukultur durch ihr spurloses Verschwinden erlitten hat. 46