Gábor Eszter: Die Andrássy Straße - Unser Budapest (Budapest, 2002)
ni komponierten Arkadenbogen, unter welchen der aristokratische Charakter der Räume zu spüren ist; links und rechts vermutet man in den Flügelgebäuden die Appartements der Familie; des weiteren den ganzen aristokratischen Hoi der Dienerschait, in der Sprache des Architekten ausgedrückt. Und wie schön ausgedrückt, jede Form gewählt, jedes Detail durchdacht, mitempiunden — sogar die grüne Farbe der Fensterrahmen" — schrieb 1882 in den Fővárosi Lapok (Hauptstädtische Blätter) ein Autor unter dem Pseudonym (H-th). Der Pallavicini-Palast wurde jahrzehntelang als aristokratischer Palast betrachtet, obwohl er von Anfang an, wie das auch aus der einstigen Nutzungsbewilligung hervorgeht, ein riesiges Luxusmietshaus war, mit je zwei Vierzehnzimmer-Wohnungen pro Stockwerk. In den beiden Flügeln hatte man separate Stiegenhäuser gebaut, aus einem Treppenhaus gelangte man auf jedem Stockwerk nur in eine Wohnung. Die Wohnungen wichen in der Größe minimal voneinander ab — was sich teilweise aus der Form der Grundstücke ergab. Von den Zimmern sahen auf der linken Seite fünf auf die Andrássy üt hinaus, die übrigen, die Schlafzimmer und die Zimmer der Diensboten gingen zum Arkadenhof hin. Der Erbauer, Markgraf Alexander Pallavicini (1853—1933) war Diplomat und verbrachte nur wenig Zeit in Budapest. Die Mieter des Pallavicini-Palastes waren, inwieweit wir das verfolgen konnten, recht vornehm; in den 1890er Jahren befand sich hier das Konsulat des Deutschen Reichs und der Französischen Republik, es wohnten hier Mitglieder des Magnatenhauses, wie Graf ■ Pallavicini-Palast (Andrássy út 98) 43