Csernus Lukács - Triff Zsigmond: Budapester Friedhöfe - Unser Budapest (Budapest, 1999)

Von Lajos Gerle entworfene Arkaden-Gruft (gebacit zur Zeit der Jahrhundertwende) für teures Geld zu haben waren. Diese Grabmäler stehen heute unter Denkmalschutz. 1857 wurde neben dem Haupteingang die kleine Ka­pelle zur Abhaltung der Bestattungs-Gottesdienste ge­baut, die auch heute noch funktioniert. 1880 wurde nach Plänen von Hugó Máltás die Leichenhalle, daneben der Seziersaal errichtet. Die Leitung der Hauptstadt erklärte 1885 den Kerepeser Friedhof zum Paradefriedhof, der zur Bestattung der hervorragenden Persönlichkeiten der Na­tion diente. (Dieses entsprach, wenn auch nicht in seiner Vollständigkeit, den viel früheren Vorstellungen von István Széchenyi. In einer Schrift aus dem Jahre 1843 schlug er die Schaffung eines Nationalen Pantheons am Gellértberg vor.) Die öffentlichen Beerdigungen fanden jedoch unver­ändert statt. Der erste berühmte Tote hier war 1855 Mihál Vörös­marty. (So steht sein Name auf dem Grabstein.) Mehrere Zehntausend nahmen am Begräbnis des großen Dichters teil; es war sozusagen ein Protest gegen die tyrannische Obrigkeit. Das Grab wurde nur im Friedhofsgraben er­laubt, eine Trauerrede durfte nicht gehalten werden. Trotz des Verbots trug ein Pester Jüngling den „Szózat“ (Mahn­ruf) am Grabe vor. 1859 überführte die Pester Jugend auch die sterblichen Überreste von Károly Kisfaludy vom Váci úti Friedhof hierher. Vom alten Deutschenthaler (Né­metvölgyi) Friedhof gelangten auch die Überreste von Pál Vásárhelyi, dem bekannten Ingenieur, auf diesen Friedhof. Für die Märtyrer von 1848, deren Asche 1870 vom Jo­12

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