Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

war für zwanzig-fünfundzwanzigstöckige Hochhäuser, der andere Teil stellte sich entlang des Donauufers eine eher horizontale Baukonzeption vor. Obwohl die Preise verteilt wurden, gab es, der fehlenden finanziellen Mittel wegen, keine endgültige Entscheidung. Bald wurden die finanziellen Probleme gelöst. Auf Grund einer Vereinbarung vom Beginn des Jahres 1966 mit der Firma Inter-Continental wurden zwei einheimische Firmen zur Teilnahme an der Planung aufgerufen. Noch 1966 fiel die Entscheidung. Die Baupläne des neunstöcki­gen Luxushotels wurden von dem damals erst dreißigjäh­rigen Architekten József Finta gemeinsam mit dem Innen­architekten László Kovácsy ausgeführt. Auf Wunsch der Auftraggeber mußte der Architekt von der Seitenfassade des Gebäudes den Bogen zur Donau hin zurücknehmen; so wurde das Hotel überall eckig. Demzufolge erschien das Gebäude nach außen hin viel steifer, als Finta es ur­sprünglich konzipiert hatte und wirkte visuell viel massiger als geplant. Am 31. Dezember 1969 wurde die neue Sehenswür­digkeit von Budapest, das Fünfsterne-Hotel Duna Inter- Continental eröffnet. Seine Appartements und 340 Zim­mer, sämtliche mit Blick auf die Donau, breiteten vor den Augen der Gäste das herrlichste Panorama aus. In dem luftkonditionierten Hotel mit Tiefgarage gab es einen Kon­gressaal, mehrere separate Säle, Espresso, Restaurants und eine exklusive Nachtbar. Das Espresso war mit Bildern von Arnold Gross, der Budaer-Burg-Saal mit Sgraffiti von Béla Kondor verziert, die Schmiedeeisen-Arbeiten im Csár­da-Restaurant stammten von Károly Bieber. Daß man von jedem Zimmer des Hotels auf die Budaer Burg blicken konnte, hatte leider auch seinen Preis. Die Rückfront des riesigen Hotels, das den Platz des früheren Grandhotels Hungária, des Hotels Bristol und Carlton sowie des Gebäudes der einstigen Ersten üngarischen All­gemeinen Versicherungsgesellschaft einnahm, war zur Apáczai Csere János utca hin eine enorme, robuste Stein­mauer, ohne ein einziges Fenster. Der riesige Gebäude­komplex des Hotels hatte außerdem den Ausgang der Ist­ván Türr utca zum Korso hin endgültig abgeschnitten. Der Architekt hatte nicht nur das Panorama von Buda zu sichern, er mußte auch mit dem immer lebhafteren Au­toverkehr am Donauufer, dem einstigen Korso, rechnen. Dementsprechend wurde die Freilichtterrasse des Hotels höher als das Straßenniveau gebaut, mit einer eineinhalb Meter hohen Brüstung aus Kalkstein. (Diese Mauer hatte 44

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