Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

Soldat der Roten Armee am Fenster DES SOWJETHAÜSES (24. JüNI 1919) gegründete Ungarische Königliche Fluß- und Seeschif­fahrt Aktiengesellschaft die Donaufähren. Am unteren Do- naukai stand gleich vor dem Vigadó tér das von dieser Ge­sellschaft erbaute Fassagiergebäude, das auch heute noch erhalten ist. An seiner Seitenwand zeigt ein in Marmor ge­meißelter Pegel den höchsten Wasserstand der Donau­hochwasser an. (Den höchsten Stand erreichte die Donau mit 867 cm im Jahre 1876.) Während der am 21. März 1919 ausgerufenen Räte­republik wurde das Hungária Luxushotel für die Volks­kommissare besetzt und erhielt den Namen Sowjethaus. Die neue Macht fand in den kriegsmüden, verarmten Mas­sen eine ernste Unterstützungsbasis, den größten Teil der Einwohner des Landes konnte sie jedoch nicht für sich gewinnen. Nach einigen Provinzstädten brach am 24. Juni 1919 auch in Budapest der Aufstand gegen die Diktatur des Proletariats aus. Ernstere Kämpfe gab es in der Hauptstadt beim Gebäude der Ludovika-Militärakademie und am Donauufer. Die sich der Räteregierung widerset­zenden Donau-Monitoren nahmen das Sowjethaus unter Beschuß, während Teile der Roten Armee das Feuer von den Fenstern des Hungária aus, vom Donaukorso und dem unteren Kai her erwiderten. Der Kampf dauerte nicht lange. Der Aufstand war am nächsten Tag besiegt, die Monitoren flüchteten nach Serbien. Die Gebäude der Ho­24

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