Gábor Eszter: Budapester Villen - Unser Budapest (Budapest, 1997)

dafür, daß man auch auf einem Baugrundstück von hun­dert Quadratklaftern ein die bürgerlichen Ansprüche zufrie­denstellendes Haus mit Garten errichten konnte. Sie zeig­te, daß man aus Häusern verschiedensten Charakters, die durch gleichzeitigen, koordinierten Bau von in verschie­denstem Stil arbeitenden Architekten errichtet wurden, ein harmonisches Ganzes schaffen konnte und daß durch ei­nen niederen durchbrochenen Zaun das Gesamtbild nicht unangenehm zerstückelt wurde. Die Häuser der Napra­forgó utca bewiesen auch, daß die nach Plänen der aus­gezeichneten Architekten gebauten kleinen Villen, welche funktionelle und ästhetische Gesichtspunkte gleicherma­ßen in Betracht zogen, in allen Beziehungen den mit den­selben Kosten gebauten üblichen Einfamilienhäusern mit Garten weitaus überlegen waren. Es hatte sich gezeigt, daß man auch mit den Mitteln der neuen Architektur, durch Weglassen der repräsentativen Sphäre, Villen bauen konn­te, wenn man die Funktionen der Räumlichkeiten so zu­sammenzog, daß ein richtig durchdachter, mehrfunktio­neller Raum - das Wohnzimmer - alle Ansprüche, die au­ßerhalb des Haushaltes oder der Privattätigkeit lagen, be­friedigte, d. h. die Räume des Speisezimmers, des Gesell­schaftsraums und des Salons, welche früher streng ge­trennt waren, wurden nun vereint. Diese Villen sind auch deshalb mehr als ein Einfamilienhaus, da sie durch ein strenges Abwägen der Gesamt- und Teilproportionen ihres Ganzen entstanden waren; diese Tatsache hatte bloß den Napraforgó utca Nr. 9. (Robert Kertész K., 1931) 49

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