Radó Dezső: Parks und Wälder - Unser Budapest (Budapest, 1992)

fern, Haselnußbüsche, Flieder und Hartriegel mit rotem Ring, der im Herbst ganz rot wird. Die Pester Seite Die Wälder in Pest, der Ferihegyi- Straße entlang und im Üllői Neubaugebiet neben der Tävirö-Straße, beste­hen aus Akazien. Eine interessante Sehenswürdigkeit ist im VIII. Bezirk auf der Räkos-Wiese der Merzse- Sumpf, ein 27 ha großes Naturschutzgebiet. Wer sich gern anstrengt, kann auch das 3573 ha große, geschützte Moorgebiet, den „Mädencia“-Wald, 20 km südlich der Hauptstadt aufsuchen, der zur ISatur- schutzzone Ócsa gehört. Wo die Donau und die Theiß zusammenfließen, wo es früher viele Moorgebiete gab, findet man das letzte wertvolle Ócsa-Dabas-Inárcs-Moorgebiet. Die Pflan­zen- und Tierwelt der Moorwiesen und Moorwälder muß geschützt werden, aber auch die kulturellen Werte des Gebietes, wie die alten Häuser der Volksarchitektur in Ócsa und die im 18. Jh. gebaute, denkmalgeschützte Kirche des Dorfes, die Satteldachkeller in den Weingär­ten an alten Berghängen und ein Teil des Friedhofs mit Speerholz. Der tief liegende Mädencia-Wald ist reich an Moor. Die Rörichte, in denen die typische Pflanze, die Moor­brennessel, vorkam, sind weniger geworden. Es gibt zwar welche, aber nur mehr an alten Flüssen und Kanä­len. Die charakteristischste Bildung der Moorwiese, die Csáté-Moorwiese, ist dem Torfabbau zum Opfer gefal­len. Unter den uralten Waldsorten des Gebietes ist die Moorwiese mit der ungarischen Esche am wertvollsten. Auf den höher liegenden Gebieten entstanden Climen-, Eschen- und Eichenwälder. Hier gibt es viele sonst in Berglandschaften verbreitete Pflanzen, z. B.: die gelbe Waisenbrennessel und die Schattenblume. Auch die Tierwelt des Gebietes ist sehr reich. In Ungarn findet man nur hier den Heufalter mit silbernen Streifen, das ist ein Falterkuriosum. Unter den im Natur­schutzgebiet nistenden seltenen Vogelarten sind die flaumige Weihe, der Gierfalke, der Abendfalke, die Sumpfohreule, der Brachvogel, die Rohrdommel, der Rotschenkel und der Heuschreckenschilfsänqer zu fin­den. An gewissen Stellen der Erlenmoorwälder, die auch von den Touristen besucht werden können, warten Parkplätze, Raststätten, Wanderpfade, Schutzhütten vor dem Regen und Radwanderwege auf die Besucher. 48

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