Radó Dezső: Parks und Wälder - Unser Budapest (Budapest, 1992)

der Teufelsgrube (Ördög árok) vom Nagykovácsi- Becken ausgehend in Richtung Pesthidegkút-Becken zwischen dem Remete-Berg und dem Hosszüerdö- Berg. Auf diesem Gebiet änderte sich am Anfang der Pleistozänzeit die Strömungslinie der an der Nagyko- väcsi-Straße in Richtung Hűvösvölgy führenden Teufels­grube (Ördög-árok), die früher das Ady-Liget-Becken durchquerte. An den steilen Felsenwänden der Engpäs­se von Remete sind Öffnungen von zwei größeren und mehreren kleineren Quellenhöhlen zu sehen. Das Tal der Engpässe ist nicht nur durch seine Schönheit, son­dern auch durch seine vom wissenschaftlichen Ge­sichtspunkt aus interessanten Sehenswürdigkeiten be­rühmt geworden. Durch sein geschlossenes kühles Mi­kroklima ist es eine Fundgrube für Fossilien aus dem Eiszeitalter, wie z. B.: den Piliser Lein. Auch seine Höh­len sind von wissenschaftlichem Wert. Kisszénás - nagyszénás Das berühmte, 97 ha große Naturschutzgebiet Kisszé­nás gehört zu Pilisszentiván. Die Dolomite und die war­men, grasigen Abhänge und Wälder der Szénás-Berg- gruppe aus der Trias, die die nordwestliche Ecke der Budaer-Berge bilden, sind bedeutungsvolle Gebiete auch vom botanischen Gesichtspunkt aus. Kisszénás und Nagyszénás werden Wiege der Flora von Panno­nien (alter Name von Westungarn) genannt, weil man vermutet, daß die Pflanzen von diesen Gebieten zu den sandigen Teilen der Flüsse Donau und Theiß gekom­men sind. Die Geschichte der Entwicklung der Pflanzenwelt des Mittelgebirges und der großen Tiefebene hängen zu­sammen. „Von Bergen grasig werden“ ist eine pflanzen­geographische Theorie. Der Schwerpunkt dieser Theo­rie liegt darin, da_ß die hügeligen Gebiete, die an flache Ebenen grenzen, besser imstande sind, die Fossilien aufzubewahren. In den Bergen, deren Abhänge immer zerstört und geändert werden, gibt es mikroklimatische Verstecke, die nicht dem Überleben der sich dem jewei­ligen Klima anpassenden Pflanzen dienen, sondern die Aufbewahrung der Pflanzen aus alten klimatischen Zeit­altern sichern. Das spezielle Gestein, der Dolomit, ist am besten imstande, einzelne Rekliktumsorten aufzube­wahren. Die Pflanzen erhielten sich an Bergabhängen, als das Klima ungünstig war, und als es sich änderte, kamen sie von dort bis in die Ebene. Das Grundgestein des Gebietes, das der Aufbewah­44

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