Adamkó Péter - Dénes György - Leél-Őssy Szabolcs: Die Höhlen von Buda - Unser Budapest (Budapest, 1992)

zialkleidung von ausgebildeten Höhlenführern in den Höhlen beim Licht von Karbidlampen herumgeführt. Obwohl diese Touren anstrengend sind und die geologischen Gebilde man­gels Reflektoren nicht genau beobachtet werden können, wiegt die Romantik der Unternehmung die Mängel weitge­hend auf. An solchen Touren dürfen natürlich nur völlig gesunde Interessenten mit einer soliden physischen Verfas­sung teilnehmen. Die Ferenc-hegyf-Höhle Neben der Schule an der Törökvöszi-Straße wurde 1933 beim Ausheben eines Grabens für die Kanalisierung eine enge Höhle entdeckt, die dann von den Höhlenforschern in mehre­ren Abschnitten erforscht wurde. 1959 betrug die Länge der bekannten Abschnitte der Höhle bereits zwei Kilometer. 1963 wurde der neue Teil entdeckt, für den in südost-nord­westliche Richtung verlaufende Hauptspalten charakteristisch sind. Zur Zeit beträgt die Länge der bekannten Höhlenab­schnitte etwa vier Kilometer; viele Fachleute sind aber der Meinung, daß es mehr sein muß. Die Ungewißheit rührt daher, daß es sich hierbei um die komplizierteste, unüberbiickbarste Höhle der Haupstadt mit einem komplizierten Grundriß han­delt Die Höhle ist nicht vollständig und genau vermessen worden. Aus diesem Grunde darf man die Höhle nur unter der Leitung eines völlig geländekundigen Führers besuchen. 1976 sind vier abenteuerlustige junge Leute ohne Führer in die Höhle eingedrungen und haben sich im Felsenlabyrinth so verirrt, daß sie schließlich verhungert und verdurstet sind. Die Ferenc-hegyi-Höhle ist mindestens so reichlich von Erbsensteinen geschmückt wie die Szemlö-hegyi-Höhle. Hier ist aber ein viel längerer Gang als in der ausgebauten Nach­barhöhle mit Erbsensteinen bedeckt. Die Spalten sind eng (manchmal nur 0,5—1 m weit) und auch nicht so hoch wie in der Szemlö-hegyi- oder der Jözsef-hegyi-Höhle. Größere Säle gibt es ebenfalls nur einen oder zwei (Rákóczi-Dom, Bocskai-Saal und der kleinere Zrinyi-Saal). Auch diese sind ausgesprochen niedrig. Die kleinen Maße und die Engpässe sind für die ganze Höhle typisch, deshalb kommt der Ausbau dieser Höhle für Fremdenverkehrs- und Vorführungszwecke nicht in Betracht. Neben den Erbsensteinen stellen die vielfach anzutreffen­den Baritkristalle sowie die herrlichen Lösungsformen und die Thermalquellenröhre den Hauptwert der Höhle dar. 3 33

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