Adamkó Péter - Dénes György - Leél-Őssy Szabolcs: Die Höhlen von Buda - Unser Budapest (Budapest, 1992)

am oberen Ende der Treppe angelangt ist, verspürt man einen starken Luftzug. Nach der Treppe der Riesen führen zwei weniger steile Eisenleitern zum Ende des Peti-Korridors hinauf. Bis zur 1989 erfolgten Eröffnung des neuen Ausgan­ges kehrten die Besucher über diesen Korridor in den Lóczy- Saal zurück. Heute biegt die Route nach rechts ab und führt die Besucher über den breiten Touristenkorridor ins Mär­chenland. Unterwegs kann man an der rechten Felsenwand schöne Überreste von urzeitlichen Muscheln (Fossilien) be­wundern. Auf der gleichen Seite wird nach dem Passieren einiger Stufen das Gebilde mit dem Namen, Saugendes Lamm sichtbar. In der Mitte des Märchenlandes steht das eineinhalb Meter große Schneewittchen, umgeben von den sieben Zwergen und von Rotkäppchen. Hinter ihnen sammelt sich von Zeit zu Zeit Wasser an. Das ist das verzauberte Meer. Jenseits steht die Chinesische Pagode. Rechts folgen wieder einige Stufen, und wir kommen am Gotischen Kircheninne­ren vorbei. Linkerhand können wir uns am Paradies und am Papagei ergötzen. Rechts läßt es sich vom Erker durch den 21m tiefen Hefty-Kamin in den Radium-Saal hinabblicken. Hier beginnt der kaum 2 — 3 hohe und 1— 2 m breite Korridor, über den man nach hundert Metern den neuen Ausgang der Höhle erreicht. Durch diesen interessanten Gang, der stellenweise ge­schmückt ist mit Tropfsteinabflüssen einerseits und mit Kalzit­platten andrerseits, die auf der Oberfläche des warmen Sees, der die Höhle einst ausfüllte, ausgeschieden worden sind, gelangt man wieder ins Freie, in den gepflegten Hof des Steinbruches. Das Höhlensystem des Burgberges Die Oberfläche des Burgberges wird durch eine Kalktuffdecke gebildet. Darunter breitet sich die Burghöhle aus, die sowohl hinsichtlich ihrer Entstehung als auch im Hinblick auf ihre geschichtliche Rolle äußerst interessant ist. Ihr System be­steht aus primären Kalktuffhöhlen, die aber großteiis nicht gleichzeitig mit dem Gestein entstandenen sind. Eine uralte Thermalquelle, die irgendwo in der Gegend des heutigen Szentháromság Platzes entsprang, bewirkte die Ab­lagerung einer dicken Kalktuffdecke auf dem Niveau des damaligen Donauufers. Infolge der Erhebung der Budaer Berge und der Vertiefung des Flußbettes der Donau sank 19 2*

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