Buza Péter: Quellen und Zierbrunnen - Unser Budapest (Budapest, 1994)
Stadtwäldchen, dem Donaukai, dem Deák tér und der Umgebung der Basilika. Schließlich entschloß man sich für letztere, und 1959 wurde der neue Danubius-Brunnen eingeweiht. Sein neuer Schöpfer folgte dem Original in jeder Hinsicht, nur in zwei Punkten wich er davon ab: die Figur des Danubius machte er größer, damit auch von unten gesehen die Figur des Mannes über die Komposition herrsche. Damit die Statue dem Stadtratgebäude nicht den Rücken zukehre, wurde sie umgedreht, was sozusagen entgegen des Wunsches des Künstlers geschah - um den Ratsvorsitzenden nicht zu beleidigen. Die eine Gestalt des Originalbrunnens, das junge Mädchen Sau, befindet sich heute noch in der alten Gegend - tatenlos sitzt sie im Hofe des Hauses Nr. 9 am Kálvin tér. Neues zur Jahrtaüsendwende Der neuere, viel großangelegtere Springbrunnen entstand im Millenniums-Jahr und gehörte auch zu den Attraktionen der Millenniums-Ausstellung. Entworfen wurde er von jenem Lajos Mátray, dessen zahlreiche kleinere Zierbrunnen die alte Stadt schmückten, so z. B. an den Stellen, wo heute am Liszt Ferenc tér und am Jókai tér auf beiden Seiten der Andrássy út die Statuen von Ady und Jókai stehen. So wie diese Zierden aus Zinkguß vom Podium der Stadt verschwanden, so auch - wohl ebenfalls wegen des Zweiten Weltkrieges - der Sió- Brunnen, von den Zeitgenossen auch Fontaine Lumineuse genannt. Er beleuchtete nämlich auch. Das war seine Hauptattraktion, und nicht seine Skulpturen-Komposition, wenn auch die zahlreichen Gestalten eine wahre Massenszene auf dem Betonfelsen darstellten. Ganz oben befanden sich Nymphen und die Fee des Sió. Etwas weiter Kelen und Helka, das schäkernde Liebespaar aus dem Roman von András Fáy. Von links näherte sich Kamór, der Zauberer des Balaton. (Dieser sah dem Chemiker Vince Wartha verblüffend ähnlich.) Kamór wird von flötenden Hirtenknaben umgeben. Hinten befinden sich weitere Nymphen, rundherum tänzelnde Nixen. Der technische Planer des Brunnens war die Wiener Berühmtheit Marmorek. Zu seiner Zeit behaupten die Pester Zeitungen, der Springbrunnen sei einzigartig unter seinesgleichen auf der Welt. 1931 renovierte der Sohn Mátrays den Brunnen auf Kosten der Hauptstadt; damals entstand der ausführliche Bericht, der auch die Details und Geheimnisse der Vorstellung aufdeckte. Ein mehrstöckiger Leitungsraum versteckte sich unter der Erde, darin elektrische und wasser- technische Ausstattungen jeder Art. Pünktlich um 9 Llhr abends begann die 1 Stunde (!) dauernde Vorstellung, ein wahres Tanzschauspiel der in farbigen Lichtern badenden Wasserstrahlkombinationen. Jeder Augenblick verlief ganz nach 38