Meskó Csaba: Heilbäder - Unser Budapest (Budapest, 1998)

Fluorid und Metaborsäure ist ebenfalls bedeutend. Es ist beson­ders gut geeignet für die Heilung von degenerativen Gelenker­krankungen, chronischen und akuten Gelenkentzündungen, au­ßerdem für die Nachbehandlung im Bereich der Orthopädie und Traumatologie sowie als Trinkkur für die Behandlung von chro­nischen Entzündungen des Magen-Darm-Traktes, der Gallenwe­ge und der Atemorgane. Das Gellért-Heilbad XI., Kelenhegyi út 2-4 Durch die am Fuße des Gellértberges (früher Blocksberg) entspringenden Thermalquellen entstand am Ort des heu­tigen Bades eine schlammige Vertiefung. Andreas II. ließ im 13. Jahrhundert über dem Heilwasser ein Krankenhaus errichten. Die Siedlung am Fuße des Berges hieß „Dorf der heiligen Elisabeth“, wo die zu Ehren der Königstochter gebaute Kirche in unmittelbarer Nähe der Quellen war. Die heilige Elisabeth heilte und badete hier die armen, aus­sätzigen Kranken. Daran erinnert die Legende der heiligen Margarete, wenn sie von dem „Hospital der Frau Elisabeth unterhalb des Berges des heiligen Gellért“ spricht. Auch Miklós Oláh beschreibt - indem er die Schön­heiten und Sehenswürdigkeiten von Budapest vorstellt - die bereits damals berühmten Budaer Bäder, unter ihnen die Wunder wirkenden Quellen am Fuße des Gellért­berges, kaum zwanzig Schritte vom Donauufer entfernt, die „Kranke mit Ausschlag und Schwindsucht heilen“. Das damalige Blocksbad, ein offenes Bad ohne Gebäu­de, bekam nach dem morastigen Wasser auf Ungarisch den Namen Sárosfürdő (Schlammbad). Auch Evliya Tschelebi erinnert sich der heilenden Wir­kung des Wassers im zur Türkenzeit Atschik ilidsche (Offene Heilquelle) genannten Bad: „..auf Wagen kommen sie hierher. Es hilft gegen die Franzosenkrankheit und andere siebenerlei Leiden. Die Regel bei diesem Bad ist, daß man, wenn der Körper im Wasser ganz rot geworden ist, hinausgehen und sich warmhalten muß. “ Nach der Rückeroberung der Burg Buda wurde das Bad Eigentum des Schatzamtes, danach vermachte Leopold I. auch dieses Bad seinem Hausarzt. Nach Bauarbeiten, Veränderungen und mehrmaligem Besitzerwechsel wurde das Bad schließlich 1809 von der Familie Sagits erworben. Aus dieser Zeit blieb auch eine genaue Beschreibung er­halten. Das anspruchslose Gebäude des Schlammbades 38

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