Gál Éva: Die Margareteninsel - Unser Budapest (Budapest, 2000)

le, Villen, Restaurants, ein Maschinenhaus, eine Wäsche­rei und andere Dienstleistungsanlagen - den Großteil auf die obere Insel, in der Nähe der 1867 erschlossenen Heilquelle. 1868 waren die Bauarbeiten schon in vollem Gange, die Arbeiten und der Inselverkehr wurden dabei durch eine Pferdebahn unterstützt. Die feierliche Eröff­nung der neuen Badeanlage fand zu Pfingsten 1869 statt, und zwar im Rahmen einer glanzvollen Festlichkeit unter Teilnahme zahlreicher Notabilitäten. Damals stan­den schon das Restaurant am unteren Inselende und das Quellenhaus, das Margaretenbad war fast fertig, ebenso das große und das kleine Hotel, das obere Restaurant, die Villen und die Betriebsgebäude. Die Leitung der Kur­anlage publizierte schon 1869 in Wien ein kleines Propa­ganda-Büchlein über die Margareteninsel: „Der kurzwei­lige Cicerone auf der Margarethen-Insel“. Dem Inselführer nach suche die „distinguierte Gesell­schaft“ von Pest und Buda schon jetzt gerne die Insel auf, nicht nur der Heilquelle, sondern auch der schönen Lage wegen, da hier, nicht zu weit weg vom lärmenden Groß­stadtgewimmel sich weder Staub noch Wind befinde, sondern nur Ruhe, grüne Vegetation, schattige Spazier­wege; auch die Preise sind erschwinglich: die Schiffs­fahrt hin und zurück 10 Kreuzer, die Pferdebahn 5, ein Krug Heilwasser 25 Kreuzer: im Gasthof kostet das Eis 25 Kreuzer, ein Kaffe 15 und ein Krug Bier 10 Kreuzer (zu jener Zeit betrug der Tageslohn eines gelernten Ar­beiters in der Schiffswerft von Altofen (Óbuda) 1 Forint 72 Kreuzer, ein Tagelöhner hingegen erhielt 1 Forint 19 Kreuzer). Auf der unteren Insel unterhielt am Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Samstag eine Militärkapelle die Gäste. Der Verfasser des Prospekts sprach die Hoff­nung aus, daß die Insel, welche schon zum „Eldorado“ der Bewohner von Buda und Pest geworden sei, dieses auch bald für ganz Europa darstellen würde... Als 1873 durch die Vereinigung von Pest, Buda und Óbuda die Hauptstadt Budapest entstand, waren auf der Margareteninsel die anfangs geplanten Einrichtungen fast alle fertig. Am schönsten war zweifelsohne das Mar- gareten-Thermalbad, von welchem zahlreiche Zeichnun­gen, Fotos und Beschreibungen erhalten geblieben sind. 24

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