Gerle János: Paläste de Geldes - Unser Budapest (Budapest, 1994)

Innerstädter Sparkasse AG Frigyes Spiegel hat die heute zerstörte Einrichtung der Bank ENTWORFEN welches zwischen 1909 und 1913 Ecke Kígyó und Koronaherceg (Petőfi Sándor) utca errichtet wurde, als Ausnahme betrachtet werden. Sein Entwurf stammte von Henrik Schmahl, einem einstigen Arbeitskollegen von Ybl. Seine an maurischen und indisch-islamischen Motiven reichen historisierenden Gebäude (z. B. auch das Kino Uránia) tragen viel zu den orientalischen Zü­gen Budapests bei. Sein letztes großes Werk bewahrt ebenfalls diese Stimmung: das als Pariser Hof bekannte Gebäude zitiert gleichzeitig die eigenartige veneziani­sche Gotik, die Formenwelt Lechners und die islami­sche Architektur. Seine Keramikverkleidung, seine Mo­saiken, die Treppenhäuser, doch vor allem die phanta­stische, kristallartige Überdachung seiner Passage sind eine wahre Touristenattraktion. (Leider ist von der einstigen Einrichtung des Kassen­saals nichts mehr vorhanden; es stammte aus der Werkstatt des Kunstgewerbegeschäfts „Maison Mo­derne“ und war nach den Plänen von Frigyes Spiegel, der das Geschäft auch leitete, angefertigt worden. Die­ses Geschäft kann als die Wiege des ungarischen De­sign von internationalem Niveau betrachtet werden.) Im Rundbogenfeld der Giebelwände befinden sich Reliefs aus weißem Pyrogranit, mit dem Fernglas kön­nen die allegorischen Figuren und Szenen darauf er­kannt werden. Auf der Seite zur Petőfi Sándor utca hin bringen ein Greis und ein Jüngling Geld vor den Erzen­gel Gabriel, der einen Bienenkorb unter dem Arm hält, während die Figuren der Frau und des Mannes eine Banknotenpresse halten. 50

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