Juhász Gyula - Szántó András: Hotels - Unser Budapest (Budapest, 1999)

Das erste Büdaer Boarding House in den 1910er Jahren. Davor steht die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk dreimal pro Tag Verköstigung auf dem eigenen Zim­mer oder in einem Speiseraum. Dieser Raum diente auch als Bibliothek, Gesellschaftsraum oder Musikzim­mer. Fast alle Zimmer verfügten über kaltes Wasser, doch in den innerstädtischen Pensionen gab es auch Appartements mit Badezimmer, ln den zehner Jahren gab es in den Pensionen sogar schon Telephon. Die gemütliche Einrichtung der Zimmer, die Möbel, Ge­brauchsgegenstände und Dekorationen - sie alle strahl­ten die Atmosphäre einer gediegenen bürgerlichen Wohnung aus. Gäste, die längere Zeit da wohnten, so­wie Stammgäste erhielten besondere Preisvergüngsti- gungen; es gab jedoch auch solche Fälle, wo inzwischen berühmt gewordene Stammgäste überhaupt nicht mehr zahlen mußten. Die Gegenwart berühmter Schauspie­ler, Schriftsteller oder anderer Künstler stellte eine sehr gute Reklame für die Pension dar. Mitte der zwanziger Jahre gab es allein in den Bezir­ken der Innenstadt 36 Pensionen, darunter die be­rühmte moderne ATLANTA in der Szobi utca oder die Pensionen ANKER, BELLEVUE, DARÁNYI, DELI, SPLENDID, ELITE, INTIM, RENAISSANCE. Die mobilere Lebensweise der Mittelklasse sorgte dafür, daß die Pensionen stets besetzt waren. Zeitweili­ge Wohnungsorte wurden nicht nur von Reisenden oder Urlaubern gesucht, sondern auch von solchen, die einen neuen Arbeitsplatz an einem anderen Ort er­hielten. ln den dreißiger Jahren plante und baute man dann echte Pensionsgebäude. Dem Budapester Statis­44

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