Kiss Katalin: Industrielle Baudenkmäler - Unser Budapest (Budapest, 1993)

kauf im Jahre 1896 an József Liva bedeutet. Die Bedin­gungen waren, daß der Besitzer hier eine Dampfmühle und ein Bad bauen, und diese mindestens 25 Jahre in Betrieb halten müsse. József Liva war ausgebildeter Mühlenmechaniker und rief alsbald eine blühende Wirt­schaft ins Leben. Neben das alte Mühlengebäude baute er ein Maschinenhaus mit moderner Einrichtung. Das Staubecken wurde als Bad benützt. Als Kasse und üm- kleideraum kauften sie den einen Pavillon der Millen­niumsausstellung. Nach dem Zweiten Weltkrieg funktio­nierte die Mühle noch, nach der Verstaatlichung wurde die Arbeit hier jedoch endgültig eingestellt. Im Inneren blieb die Einrichtung eine zeitlang noch fast unbeschä­digt erhalten. 1906 arbeiteten im historischen Ungarn noch 17 304 Mühlen. Auch die kleinsten Mühlen verfügten über modernste Einrichtungen, ein Großteil davon war gerade vor dem Zweiten Weltkrieg modernisiert wor­den. Es gibt kaum eine Familie in Ungarn, die unter ihren Vorfahren nicht einen „Müller“ vorzuweisen hätte. Mit der Instandsetzung und Vorstellung der Liva Müh­le würde nicht nur ein schönes, proportioniertes Müh­lengebäude erhalten werden, sondern auch die meister­haften Mühlenerbauer, die Erinnerung an beispielhafte Familienunternehmen entsprechen gewürdigt werden. 61

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