Boros Géza: Statuenpark - Unser Budapest (Budapest, 2002)

■ Virtuelles Bild des Zeugenplatzes wo beseitigte politische Denkmäler und Werke zeitgenössischer Künstler gemeinsam aufgestellt sind. Das einzige, dem Budapester Statuenpark eben­bürtige ähnliche ausländische Unterfangen gibt es in Litauen, wo 2001 in der Nähe von Druskininka der Grutas-Park eröffnet wurde. In einem originalen Skansen, welches mit Stacheldraht und Wachturm ein sowjetisches Lager her­aufbeschwört, erwarten die von öffentlichen Plätzen in Litauen verbannten Denkmäler die Besucher. Wirkungsmechanismen von Disneyland vermischen sich hier mit bitteren Erinnerungen an die sowjetischen Gulags. Viele finden dieses zu grotesk und verurteilen diese Art der Konsumierung der Konfrontation mit der historischen Vergangenheit. Bei der litauischen Lösung fehlt die bauliche Prägung, die künstlerische Großzügigkeit der Kommunikation mit den Symbolen, die Raum (und Legitimation) verloren haben, sowie die Harmonisierung mit dem Raum. Es fehlt die Würde der Themenbehandlung, welche das Erfolgsgeheimnis des Budapester Parks ist. „Der Statuenpark ist ein sehr heikles, kompliziertes Thema von zeitgeschichtlicher Bedeutung, dessen architektonische Konzipierung eine sehr verantwortungsvolle, komplex durch­dachte künstlerische Aufgabe darstellt. Die Statuenpark-Komposition des Architekten Ákos Eleőd jun. ist sowohl in der Aufarbeitung des heiklen Themas, als auch in der thematischen und architektonischen Formulierung ein bauliches 54

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