Szatmári Gizella: Zeichen der Erinnerung - Unser Budapest (Budapest, 2005)
neuen Zeitschrift Művéizet veröffentlichte — und so dem jungen Künstler zu etwas Geld verhalf. ln der Musterzeichenschule hielt Károly Ferenczy ihn für nicht genügend „nagybányaisch". Seine Bilder zeichneten sich jedoch durch ihre Dekorativität, Expressivität und symbolische Kraft vom Durchschnitt seiner Zeit aus. 1922, in der Ausstellung der Szinyei Gesellschaft, ließ ein Staatssekretär seine schon aufgehängten Bilder abhängen, gleichzeitig entdeckten ihn aber einige scharfsichtige Kritiker und ihre anerkennenden Beurteilungen brachten langsam Käufer und Sammler. 1927 gewann er den Preis für Landschaftsbilder der Gesellschaft. Vorher hatte er schon seine erste retrospektive Ausstellung im Belvedere-Ausstellungsraum abgehalten, im Mezzanin des Hauses Váci utca n/b im V. Bezirk. Anfang der 1930er Jahre war er nun ein anerkannter Maler. Seine Balatoner Bilder entstanden in Keszthely, später in Badacsony. Während seines Militärdienstes im Ersten Weltkrieg (1915—16) erkrankte er; im Badacso- nyer Militärspital lernte er Juliska Pauler kennen, die für ihn ihren Mann, einen hochrangingen Offizier, verließ, und 1918 die Frau des „trunkenen Malers" wurde — sehr zur Entrüstung ihrer ganzen Familie und der „guten Gesellschaft". Egry verdiente dieses Attribut gar nicht. „Während unseres vielen Zusammenseins hab ich ihn nicht ein einziges Mal angeheitert gesehen — erinnerte sich Dezső Keresztury. Kritiker, die ihn verstanden, waren Ernő Kállai, Máriusz Ra- binovszky, István Genthon, deren anerkennende, rühmende Worte regelmäßig erschienen. Doch fehlte ihm ein sicheres Einkommen, während der Kriegsjahre hatte der Künstler besonders viele Entbehrungen zu erdulden. Das Essentielle seiner Kunst faßte er selber am treffendsten zusammen: „Ich habe jene Sprache der Natur erlernt, welche nur ihre Bewunderer, ihre Fanatiker verstehen. (...) damit ich zu mir selber komme. Ich habe in meinen Bildern die geschlossenen, trocknen Grenzen überwunden. Ich bin draufgekommen, daß das Atmosphärenlicht eine herrschende Rolle spielt, in solchem Maße, daß es alles umgestaltet, umformt und die Dinge darin durch Bewegung verschoben werden und neue Formen erhalten..." Nach seinem Tode kam langsam die Anerkennung: 1954 wird eine Straße im XL Bezirk nach ihm benannt, sein Portrait auf der Gedenktafel, die am Haus 3-11 angebracht wird, formt Miklós Borsos 1962. 1966 hat eine Ausstellung seiner Werke in Tihany großen Erfolg, 1973 wird in seinem einstigen Wohnhaus in Badacsony ein Museum eingerichtet. 79