Szatmári Gizella: Zeichen der Erinnerung - Unser Budapest (Budapest, 2005)

Finnland, damit seine ganze Familie dem in Mode gekommenen Sport frönen könnte. Der Maler hatte in Ungarn recht großen Erfolg. Anziehend wirkte das ro­mantische Bild der finnischen Verwandtschaft, neuartig waren seine deko­rativen Ölbilder und Graphiken mit besonderer Linienführung, Sezessionsge­schmack und monumentalen Ansprüchen. Er entwarf in Finnland die ersten Plakate, außerdem verehrt man ihn als den Vater des weltbekannten finnischen Designs. Die Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände seines Studios in Ruo- vesi wurden alle nach seinen Entwürfen angefertigt. „Lange Zeit unterdrückte sie das schwedische und das russische Joch" — schrieb 1931 Wigand Thoroczkai in seinem Nachruf — „doch die Symbole des urvölkischen Heidenaltars bewahrten sie durch die Jahrhunderte, trotz der Bemühungen der beiden Staaten ihr Volkstum auszulöschen. Dessen (...) le­bendige heilige Glut entfachte Gallens Kunst zur heißen Flamme". 1908 wohnte er kurze Zeit im Hotel Fiume am Donauufer (I., Lánchíd utca 12). Einige Jahre nach seinem Tod markierte die Hauptstadt Budapest dieses Ge­bäude mit einer Gedenktafel, die jedoch während des Zweiten Weltkrieges zugrunde ging. Im Zeichen der finnisch-ungarischen Freundschaft erinnert seit 1978 etwas weiter, auf der kleinen Grünfläche vor dem Haus Nr. 13, ein Reliefportrait auf einem Stein und eine zweisprachige Gedenktafel an unse­ren finnischen „Malerverwandten". Tradition und Eisenbeton An Aladár Arkay erinnert nicht die übliche Kalksteintafel an der Mauer irgen­deines von ihm entworfenen Gebäudes (eine Straße wurde noch nicht nach ihm benannt), sondern eine schlanke Säule neben der kleinen Kirche im Stadt- Mayerhof (XII., Csaba utca 5), die einst - als Gedenkbrunnen - am Rande eines Wasserbeckens stand. Der Brunnen gibt heute kein Wasser mehr, das Becken haben fleißige Hände mit Blumen vollgepflanzt. Der Inschrift nach, welche um die Säule läuft, verschied der Künstler im Februar 1932. Die dank­baren Gemeindemitglieder aus dem Stadt-Mayerhof hatten die Aufstellung des Denkmals veranlaßt, da sie den Árkays ihre Kirchen verdankten (Aladár Arkay war außerdem Vizepräsident der Kirchengemeinde): die kleinere Kirche mit siebenbürgischer Atmosphäre (1923) und die aus einfachen, schmucklosen 73

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