Szatmári Gizella: Zeichen der Erinnerung - Unser Budapest (Budapest, 2005)

sehe, historische, literarische, künstlerische, stadtplanerische und architek­tonische, technische sowie administrative Objekte, bzw. Kunstwerke erforscht, erworben, ausgestellt und dokumentiert werden mußten. Schließlich wurde 1907 das Hauptstädtische Museum eröffnet, dessen Direktor Kuzsinszky bis 1912, dann wieder von 1921 bis 1934 war. Bis 1937 leitete er auch das Aquincumer Museum — die archeologische Sektion des Hauptstädtischen Museums. Seine Gedenktafel — zwischen dem Relief von Károly Torma, der die Aquin­cumer Ausgrabungen begonnen hatte, und demjenigen seines Schülers Lajos Nagy, dem 1922 hierher berufenen Archeologen — spricht von seinem Können und Fachwissen, die sich mit einem opferbereiten Lokalpatriotismus verbanden. Der Maler der Kalevala-. Gallen Béla Vikár, der Übersetzer der Kalevala, suchte 1905 den schon berühmten finnischen Maler Gallen-Kallela auf, um ihn zu bitten, das Nationalepos zu illustrieren. In Ungarn war der Name des Malers und Graphikers (heute würde man Designer sagen) nicht unbekannt Die ungarischen Künstler hatten seine Werke auf der Pariser Weltausstellung von 1900 kennengelernt: Seine Fres­ken, die den finnischen Ausstellungspavillon schmückten, stellten einige der bedeutenderen Geschichten aus der Kalevala dar. 1906 war auf der Budapester Internationalen Kunstausstellung Finnland durch 64 Werke seiner bedeutenden Meister vertreten. Gallen stellte 17 Wer­ke aus. Darunter befand sich auch das Portrait Maxim Gorkis. Der große russi­sche Schriftsteller war ins Exil über Finnland gereist, wo er sich beim bekann­ten Architekten Saarinen versteckte. („Es gibt hier einen Architekten namens Saarinen... ein wahres Genie — schrieb Gorki an seine Frau. ... Ein großer Künstler ist auch Akseli Gallen, und wir können im Allgemeinen sagen, daß dieses kleine Land, das Land der großen Menschen ist."). Gorki „begleiteten hunderte Studenten zum Meer, von wo er auf einem Schiff seine Flucht fort­setzte". Nach der internationalen Ausstellung kaufte der ungarische Staat das Gorki-Portrait und das Ölbild Junger Faun von Gallen-Kallela und sie kamen ins Museum der Bildenden Künste. Das Bild Sampoó Verteidigung hingegen wurde mit der großen staatlichen Goldmedaille ausgezeichnet. Hier begann seine ungebrochene, bis zu seinem Tode andauernde gute Verbindung und 71

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