Ferkai András: Wohnsiedlungen - Unser Budapest (Budapest, 2005)
den Engländern und Skandinaviern schon seit Jahrzehnten bekannte „nachbarschaftliche Einheiten”. Die Einheiten werden von Sackgassen umgeben, welche von der Hauptstraße abzweigen. innen befindet sich ein Ring von mitteihohen Blockhäusern und die den „Stiel" des Strauches bildenden fünfgeschoßigen Zeilenhäuser, außen ein niedrigerer Ring aus den erfolgreichsten Gebäuden der Siedlung: aus dreistöckigen, bewegten Mehrfamilienhäusergruppen, welche auf Grund des H-Typenplans zusammengestellt worden waren. Die „Sträucher" verschmelzen nicht in einer ungegliederten Masse, dazwischen befindet sich gerade soviel freies Gelände, daß die Struktur der Wohnsiedlung gut spürbar wird. Auf diesen, mit Parks bedeckten „hinteren" Gebieten befinden sich die Kleinplattenbauten der öffentlichen Gebäude (Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen), weche — im Gegensatz zu den grauen Wohnhäusern - in lebhaften Farben gestrichen sind. Die lila Schule (Ágnes Kökény, 1972), der orangefarbene Kindergarten (Miklós Ágoston, 1972), die rot-schwarzen, blau-grünen Kinderinstitutionen waren in den siebziger Jahren stadtbekannt. Die Formel ist klar. Die Architekten hatten durch Verdichtung des Wohngebietes eine solche lineare Struktur, ein „Stadtrückrad” ins Leben gerufen, auf dessen einer Seite sich jedes Zubehör einer Stadt befand (Verkehr, öffentliche Institutionen, Handel, Gaststätten, Korso), auf dessen anderer Seite man jedoch zwischen den Unterzentren und den Lehrinstitutionen über die Grünflächen ■ Bebauungsplan der Újpalotaer Wohnsiedlung (Árpád Mester-Tibor Tenke, 1967) 69