Ferkai András: Wohnsiedlungen - Unser Budapest (Budapest, 2005)
für das zehngeschößige „dicke" Haus in die Produktentwicklung der Häuserfabrik Nr. i einzugliedern (Sektionshaus mit 6 Wohnungen und Mittelgang an jeder Etage), von welchem dann einige Exemplare Ecke Tétényi út und Fraknó utca, bzw. zwischen Etele und Bikszádi út gebaut wurden. Als letzte wurden die hohen Blockhäuser neben der Etele út gebaut: und zwar nicht in Form des ursprünglich gedachten sechzehngeschoßigen Hochhauses, sondern als zehngeschoßiger Plattenbau mit Z-förmigem Grundriß (Architekt: Ákos Kaszab, Lakóterv, 1975). Die zwölf Gebäude sind die ersten Elemente der neu ausgearbeiteten Serie nach der Rekonstruktion der Budapester Häuserfabrik Nr. 1. und vertreten einen höheren Standard: es gibt hier Wohnungen mit größerem und besserem Grundriß, ihre Masse und ihre Fassaden sind abwechslungsreicher. Die Kelenfölder Wohnsiedlung wirft, wenn sie auch die erste dieser Art ist, jedes spätere Problem der Großwohnsiedlungen auf. Sie unterscheidet sich von den Siedlungen der fünfziger Jahre in ihrem Prinzip, von den modernen Beispielen der frühen sechziger Jahre durch ihren Maßstab. Die Dogmen des modernen Städtebaus verknüpfen sich hier auf unglückliche Art mit dem zu unflexibler Technologie gezwungenen Ausführer, der in der Rangordnung jedoch über dem Entwerfer stand, sowie mit den Interessen des investierenden-leitenden Apparates, der vor allem in der Planerfüllung interessiert war. Die Maße und die Lage der Häuser wurden viel eher von den Gesichtspunkten des Ausführers, als von architektonischen oder urbanistischen Erwägungen bestimmt. (Die Krahnbahn sollte so lang und gerade wie möglich sein, da die Verschiebung des Krahns kostspielig war und die Bauarbeiten verzögerte.) Die Auswirkung des Maßstabwechsels war auch nicht nebensächlich, da die gleichen städtebaulichen Prinzipien bei'einer Höhe von vier-fünf Stockwerken noch eine ertragbare Umgebung bieten-, wir sahen das im Falle der József Attila Wohnsiedlung. Die Höhe von zehn-fünfzehn Stockwerken vergrößert notwendigerweise die Entfernung zwischen den Gebäuden und diese Raumverhältnisse sind keinesfalls zur Erweckung eines städtischen Gefühls geeignet. Die so enstehende Siedlungsstruktur ist außer Stande sich dem bestehenden Stadtgewebe anzupassen. Riesig ist der Kontrast zwischen den Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern der Umgebung, mit ihren Privatgärten, stillen kleinen Nebengassen und den im Niemandsland stehenden Hochhäusern der Wohnsiedlung. Und da haben wir von den gut bekannten soziologischen, psychologischen und gesundheitlichen Syndromen der Plattenbauten, die die Bewohner eines ganzen Dorfes beherbergen, noch gar nicht gesprochen. Die Újpalotaer Wohnsiedlung Für die zweite Generation der Wohnsiedlungen der Häuserfabriken ist die Újpalotaer Siedlung das beste Beispiel. Die in den sechziger Jahren geplanten großen 66