Ferkai András: Wohnsiedlungen - Unser Budapest (Budapest, 2005)

■ Laubeneingang in der Magdolnavdroier Gartendtadt Zeichnung und Verwirklichung vor. Die meisten Teilnehmer waren weniger be­kannt, wir finden jedoch auch ältere, bekanntere Architekten darunter (Jenő und Lórand Lechner, Guidó Hoepfner), außerdem ganz junge, welche wir nach dem Krieg Wiedersehen werden (József Schall, Ágoston Benkhard, Gyula Kéry), sowie bekannte, moderne Architekten (Farkas Molnár, József Fischer, Károly Dávid jr., Viktor und Aladár Olgyay). Die Unterschiede der Auffassung zeigten sich vor allem im Grundriß (auch dort jedoch kaum, da das Programm der Kleinwohnun­gen mit einem oder zwei Zimmern, sowie das knappe Budget den Architekten nicht viel Spielraum übrig ließen), die Blocks und Fassaden waren jedoch ziem­lich einheitlich. Molnár hatte in seinem Plan für die Wohnzimmer Eckfenster ge­zeichnet, in der Siedlung finden wir jedoch kein einziges solches Haus. Demge­genüber sind die Jaluosienenfenster und die Dielen ein immer wiederkehrendes Element. Letztere meist gewölbt, mit Ziegelpfeilern oder gedrungenen, bauchi­gen Säulen. Wir wissen nicht, ob die Besteller die folkloristische Note ausdrück­lich beanspruchten oder hier bloß die Mode vom Ende der dreißiger Jahre, der Zeitgeist zum Ausdruck kommt. Wie wir sahen, hatte man sich bei den garten­stadtartigen Siedlungen auch schon früher auf die Muster der dörflichen Archi­tektur gestützt. Jedenfalls veranlaßt die Bemerkung des Sozialdemokraten József Fischer, die er auf die Liste seiner Werke schrieb, zum Nachdenken: „Ein Haus solchen Geistes sollte gar nicht gebaut werden! " 45

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