Faurest, Kristin: Zehn Budapester Plätze - Unser Budapest (Budapest, 2010)
Natürlich hat kaum ein Ort in Budapest stets denselben Namen getragen. Frühere Namen des Parks waren u. a. Lipótvárosi park, außerdem Rakovszky park, genannt nach Iván Rakovszky (1885—1960), Rechtsanwalt, Innenminister und Parlamentsmitglied, der bei der Gestaltung der Gegend und der Landschaft der Margareteninsel bedeutend mitgewirkt hatte. Seinen gegenwärtigen Namen erhielt der Park am 16. Juni 1937. Im Laufe ihrer Entwicklung erhielt die Gegend eine bedeutende jüdische Bevölkerung und in die Wohnungen von guter Qualität mit ihrer schönen Aussicht zogen Intellektuelle und höhere Angestellte. Es gab auch Pläne, die Ostseite des Platzes an der Csanády utca durch ein großes Gebäude zu schließen, die jedoch nie verwirklicht wurden. Eines der charakteristischen Gebäude des Platzes ist die große evangelische Kirche am Ende der Pozsonyi út. Lebendig war der Park auch dadurch, dass in den Erdgeschoßen der Gebäude Geschäfte, Kaffeehäuser u. a. untergebracht wurden — die Straßen also voller Leben und Treiben waren. Jedes Haus verfügte auch über mindestens eine Fassade, die vom Standpunkt des Lichts oder der Aussicht in eine vorteilhafte Richtung zeigte. Es wurden moderne Materialien verwendet — Linoleum im Treppenhaus und Aluminium, statt Messing und Kupfer für die Türklinken. Trotz dieser weniger noblen Materialien ist die Qualität des Designs recht eindrucksvoll. Für viele Jahre verlor die Grünfläche des Szent István park ihre alte Eleganz, glücklicherweise erfuhr der Park dann 1998 eine Renovierung von hoher Qualität und zwar durch die Landschaftsarchitekten Katalin Hlatky, Judit Tátrai und Iván Nagy. Die Architekten wollten alles, was vom Original wertvoll war, erhalten, so gaben sie z. B. besonders auf die alten Maulbeerbäume acht. Sie brachten auch zahlreiche Schlingpflanzen hinzu, gaben dem Park dadurch ein stärker vertikales Element. Außer einer neuen Hecke neben dem Hundeauslauf, fügten sie keine anderen Hecken hinzu - eine gute Idee, da die öffentlichen Plätze Budapests oft voller trauriger Hecken und Büsche sind, die unnötig viel Raum einnehmen. Wieder einmal bietet hier ein Park die Erfahrung eines eleganten urba- nen Grünraums. Der Park wird von der Stadt verwaltet und ist umgeben von einem hohen Zaun, der ihn zu einem sicheren Ort für frei spielende hyperkinetische Kinder macht. Obwohl Hunde im Großteil des Parks verboten sind, sieht man doch viele Bewohner ihre Frettchen spazierenführen (da weit und breit keine Verbots-Tafeln zu